# taz.de -- Kommentar Fernbus: Besser per Bus als mit Billigflieger
> Wenn Fernbus-Linien in Deutschland erlaubt werden, bekommt die Bahn mehr
> Konkurrenz. Doch der Wettbewerb muss kontrolliert werden, damit
> Bahnstrecken nicht stillgelegt werden.
(IMG) Bild: Der neue Schienenersatzverkehr: Überlandbusse.
Konkurrenz belebt das Geschäft. Nun plant die schwarz-gelbe
Bundesregierung, ein Gesetz zu überarbeiten, dass die Deutsche Bahn AG
bislang vor unliebsamer Konkurrenz von der Straße schützt. Künftig sollen
private Busunternehmen zwischen deutschen Städten eigene Linienverbindungen
anbieten dürfen.
Profitieren würden davon in erster Linie die Reisenden: Mit den Bussen
hätten sie eine meist günstigere und manchmal sogar schnellere Alternative
des Reisens. So geriete die Bahn unter Druck, selbst schnellere und
günstigere Verbindungen anzubieten. Der Umwelt würde das sogar zugute
kommen, weil Autofahrten und Flugzeugreisen an Attraktivität verlören.
Busse und Bahnen dagegen haben im Fernreiselinienverkehr eine ähnlich gute
CO2-Bilanz, die deutlich besser ist als die von Flugzeugen und Autos.
Dass Fernbus und Bahn nebeneinander bestehen können, zeigt die stark
frequentierte Verbindung zwischen Hamburg und Berlin. Die Bahn ist meist
schneller, pünktlicher und bequemer. Der Bus ist günstiger, aber wegen
seiner begrenzten Platzzahl für Spätentschlossene oft ungeeignet.
Schwieriger sieht es auf weniger stark nachgefragten Strecken aus. Hier
könnten die Busse, die unverständlicherweise keine Autobahnmaut zahlen und
deren Fahrer deutlich weniger verdienen als Lokführer, der Bahn so viele
Kunden wegschnappen, dass sich die Verbindungen für diese nicht mehr
lohnen. Das wäre kontraproduktiv, denn die Alternative wäre die Stilllegung
der Strecke oder ihre Bedienung durch öffentlich finanzierte Regionalzüge.
Fazit: Mehr Wettbewerb im Personenfernverkehr ist gut. Eine völlige
Liberalisierung aber nicht, denn dann picken sich die Busunternehmen die
Rosinen heraus - und Beschäftigte und öffentliche Hand zahlen drauf.
5 Jan 2010
## AUTOREN
(DIR) Richard Rother
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