# taz.de -- Kommentar Kräftemessen bei Opel: Opels härtestes Jahr
       
       > Die Opelaner müssen sich auf schlechte Nachrichten einstellen. Um
       > überleben zu können, müssen Überkapazitäten abgebaut werden. Das wissen
       > inzwischen auch die Mitarbeiter.
       
       Mit der avisierten Schließung der Produktionsstätte Antwerpen habe der neue
       Opelchef Nick Reilly von GM den Beschäftigten von Opel "den Krieg" erklärt,
       echauffierte sich ein Funktionär der IG Metall. Und der
       Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz drohte der Konzernmutter damit, die
       Belegschaften würden "keinen Cent mehr" zur Sanierung des Unternehmens
       beisteuern, sollte das Werk in Belgien tatsächlich dichtgemacht werden.
       
       Aber die Opelarbeiter werden sich ganz sicher nicht auf einen Kampf
       einlassen, den sie nur verlieren können. Und das nicht nur wegen der
       "Heeresleitung", die mit ihrer Fixierung auf den Übernahmekandidaten Magna
       schließlich schon einmal aufs falsche Pferd gesetzt hat.
       
       Die Arbeitnehmer wissen nämlich längst genau: Jahr eins nach der
       Abwrackprämie wird für ein ohnehin schon angeschlagenes Unternehmen wie
       Opel das härteste aller Zeiten. Streiks und Blockaden sind da
       kontraproduktiv. Und die Opelaner haben inzwischen realisiert, dass
       Überkapazitäten umgehend abgebaut werden müssen, um New Opel das Überleben
       am Markt zu sichern.
       
       Die Autofabrik in Antwerpen ist die unproduktivste der ganzen Opelfamilie.
       Betriebsräte dort monieren schon jetzt die "mangelnde Solidarität" etwa der
       Bochumer Kollegen, an denen der Kelch noch einmal vorübergegangen ist. In
       besagten Krieg ziehen will in Bochum also kein Mensch. Und auch die rund
       5.000 Ingenieure aus dem technischen Entwicklungszentrum in Rüsselsheim mit
       Jobgarantie (von GM) haben kein Interesse an einer harten
       Auseinandersetzung mit dem Mutterkonzern. Den Kollegen in Antwerpen
       jedenfalls würden Arbeiterführer, die sich nun für gescheite Sozialpläne
       und hohe Abfindungen einsetzen, mehr nutzen als sinnloses Kriegsgeschrei.
       
       23 Jan 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Klaus-Peter Klingelschmitt
       
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