# taz.de -- Kommentar Elbphilharmonie: Für immer gefangen im Millionengrab
       
       > Längst ist sie zur unendlichen Geschichte geworden - die chronique
       > scandaleuse um den Bau der Elbphilharmonie.
       
 (IMG) Bild: Doch besser zuschütten? Über das Millionengrab Elbphilharmonie wird immer mehr gestritten
       
       Längst ist sie zur unendlichen Geschichte geworden - die chronique
       scandaleuse um den Bau der Elbphilharmonie. Im Halbjahresrythmus erhöhen
       sich die Baukosten und verschiebt sich der Fertigstellungstermin. Und ein
       Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen.
       
       Es scheint, als hätten die beteiligten Akteure es aufgegeben, auf die
       Kostenbremse zu treten. Vielmehr gefallen sie sich in Schuldzuweisungen.
       Die Planer, die Stadt, die Architekten, Hochtief - jeder zeigt mit dem
       Finger auf die anderen, stempelt die Baupartner zu Totalversagern ab. Das
       Projekt ist längst ein Millionengrab und der Ausstieg aus den Verträgen
       unmöglich. Wo der Sachzwang regiert, muss gutes Geld schlechtem Geld
       hinterhergeworfen werden.
       
       Dabei war es der Kardinalfehler der Stadt, keine Kostenbremse einzubauen.
       Während bei jedem Reihenhaus Generalunternehmer nur zu Festpreisen für das
       schlüsselfertige Objekt beauftragt werden, hat der Senat in seinen
       vertraglichen Ausgestaltungen Nachforderungen Tür und Tor geöffnet. Der
       Glanz eines Hamburg-Wahrzeichens, das Michel und Landungsbrücken in den
       Schatten stellt, hat die Politiker aller Parteien geblendet. Die Zeche
       zahlen vor allem die Einkommensschwachen, die den staatlichen Rotstift nun
       am stärksten zu spüren bekommen. Es sind diejenigen, die die
       Elbphilharmonie, nie von innen zu sehen bekommen.
       
       24 Jan 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marco Carini
       
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