# taz.de -- Stärker kontrollierte Finanzmärkte: Obama macht am meisten Druck
> Deutschlands Vorstoß zur Bankenregulierung ist nicht sehr weitgehend. Vor
> allem die USA sind bei der Finanzmarktreform viel weiter.
(IMG) Bild: Vor allem das entschlossene Vorgehen von US-Präsident Barack Obama Anfang Februar hat weltweit Bewegung in die Debatte um stärker kontrollierte Finanzmärkte gebracht.
BERLIN taz Der Ruf nach Bankenregulierung bleibt in Deutschland nicht
länger ungehört. Doch auch in anderen Ländern müssen die Banken mit
deutlich schärferen Regeln rechnen. Vor allem das entschlossene Vorgehen
von US-Präsident Barack Obama Anfang Februar hat weltweit Bewegung in die
Debatte um stärker kontrollierte Finanzmärkte gebracht.
Tatsächlich hatte Obama schon Ende des vergangenen Jahres eine Abgabe für
die größten Banken des Landes eingeführt, um mit diesem Geld die Verluste
aus dem Bankenrettungsprogramm zu decken. Zudem hegen er und sein
Chefberater Paul Volker nach wie vor den Plan, den regulären
Geschäftsbanken die Spekulation mit Finanzeinlagen auf eigene Rechnung
sowie das Betreiben von Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften (Private
Equity) zu untersagen. Vor allem die Großbanken will Obama auf ein Maß
stutzen, das sie nicht mehr "too big to fail" (zu groß, um zu versagen)
macht. Derzeit liegen dem Kongress Gesetzentwürfe zu höheren
Kapitalforderungen und besserer Liquiditätsausstattung vor.
Von solchen Maßnahmen sind die Deutschen meilenweit entfernt. Und was die
Frage der Strafsteuer auf Banker-Boni betrifft - da sind wiederum die
Briten Vorreiter. Die haben immerhin eine - wenn auch nur einmalige -
Sondersteuer auf Boni von 50 Prozent verhängt. Frankreich plant ebenfalls
einen solchen Schritt. In Deutschland hatte der Bundestag zwar im
vergangenen Sommer ein "Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung"
beschlossen, das kurzfristige Boni-Exzesse eindämmen sollte, doch eine
Umsetzung kam nicht zustande. Obwohl juristisch längst widerlegt, hatte
Merkel eine solche Strafsteuer als verfassungswidrig verworfen.
Keine Fortschritte gibt es weltweit bei der Forderung nach Einführung einer
internationalen Transaktionssteuer, die auf Börsenumsätze erhoben werden
soll. Befürworter erhoffen sich davon, dass von Spekulationen abgeschreckt
wird. Zudem wäre die Steuer eine ergiebige Einnahmequelle für die klammen
Staatshaushalte. Entwicklungsorganisationen fordern, die Einnahmen auch für
Entwicklungshilfe und zur Bekämpfung des Klimawandels zu verwenden. "Das
ist bedauerlich", kommentiert Ökonom Rainer Falk vom Infobrief
Weltwirtschaft & Entwicklung (W&E). Weder mit Bankensicherungsfonds noch
mit der Besteuerung der Boni ließe sich mehr Stabilität auf den
Weltfinanzmärkten schaffen.
31 Mar 2010
## AUTOREN
(DIR) Felix Lee
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