# taz.de -- Kommentar Naturschutzgesetz: Grüner Naturschmutz
> Die Hamburger Grünen machen mit dem neuen Naturschutzgesetz mit beim
> Kotau vor der Hafenwirtschaft.
(IMG) Bild: Langjähriger Streitfall: Das Mühlenberger Loch
Dass Hamburger Humor hätten, ist ein unbewiesenes Gerücht. Definitiv keinen
Spaß verstehen sie, wenn es um ihren Hafen geht. Die Waterkant ist die
Demarkationslinie der Pfeffersäcke und ihrer Erfüllungsgehilfen in der
Politik, und wehe dem, der sie anzutasten wagt. Dann versuchen alle, die
sich für wichtig halten, sich gegenseitig an Hanseatentum zu überbieten.
Die GAL gehört jetzt auch dazu.
Den Gesetzentwurf eines Naturschutzgesetzes, den die Grünen mittragen,
hätten sie noch vor zwei Jahren als "Naturschmutzgesetz" verhöhnt. Und sie
hätten Recht gehabt. Aber sie ist dahin, die Leichtigkeit des Opponierens.
Jetzt wird regiert, und das ist kein Wunschkonzert.
Das Hafenprivileg ist ein Kotau vor Hafenwirtschaft und Handelskammer.
Gegen die beiden mächtigsten Faktoren in der Wirtschaftspolitik dieses
Stadtstaates jedoch sind politische Erfolge ohnehin selten. Da wäre es
sinnvoll gewesen, stattdessen die Klagerechte der Naturschutzverbände zu
erweitern.
Ein solcher Handel wäre als Kompromiss in einer schwarz-grünen Koalition
durchaus präsentabel gewesen. So aber stehen die Grünen hilflos dem
christdemokratischen Glaubenssatz gegenüber, wonach Naturschutz sich nur
leisten kann, wem es wirtschaftlich gut geht.
So kann die Balance von Ökonomie und Ökologie nicht gemeint sein.
12 Apr 2010
## AUTOREN
(DIR) Sven-Michael Veit
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(DIR) NATURSCHUTZ: Natürlich für die Wirtschaft
Die schwarz-grüne Koalition legt ein Gesetz vor, das Bauen im Hafen ohne
ökologischen Ausgleich erlaubt und die Klagerechte von Umweltverbänden
einschränkt