# taz.de -- Kommentar Minikopfpauschale: Desaster nun in Miniaturform
> Wenn Gesundheitsminister Rösler aufrichtig ist, wäre es konsequent, das
> Projekt Minikopfpauschale endlich zu beenden. Es wäre ein starkes,
> persönliches Zeichen.
(IMG) Bild: Sie hätten schwer an der Minikopfpauschale zu tragen.
Glück für Philipp Rösler: Was als Gegenentwurf zu seiner immer
wahrscheinlicher werdenden Minikopfpauschale gedacht war, könnte ihm nun in
die Hände spielen. Ausgerechnet die gewerkschaftsnahe Reformkommission zur
Gesundheitspolitik präsentierte heute ein wissenschaftliches Papier, das
die Pauschale bezahlbar erscheinen lässt.
Dass die Minipauschale nur ein Instrument zur Verschleierung ist, zeigt ein
zweiter Blick auf die Berechnungen: Innerhalb von zwanzig Jahren würde die
Pauschale schon bei leichten Kostensteigerungen im Gesundheitswesen
explodieren. Für ArbeitnehmerInnen, die zusätzlich noch über Sozialabgaben
und Steuern das Gesundheitssystem finanzieren, wären die Kosten kaum noch
schulterbar - ähnlich bei den überproportional belasteten RentnerInnen.
Philipp Rösler weiß um die Nachteile der Minipauschale, und er wollte sie
deshalb nie. Doch es wird ihm letztlich egal sein. Denn er hat seine
Zukunft als Minister an den Erfolg des Projekts gebunden - und mehr als die
Minipauschale ist in den eigenen Reihen nicht durchsetzbar. Und immerhin:
Für wenige Jahre würden die Kosten ja überschaubar bleiben. Wenn Politik
kurzfristig denkt und handelt, dann denkt und handelt Gesundheitspolitik
besonders kurzfristig.
Philipp Rösler hat immer damit kokettiert, nicht an die Politik gebunden zu
sein, in einigen Jahren aussteigen zu wollen und einem anderen Beruf
nachzugehen. Wenn er so aufrichtig ist, wie es dieser Satz vorgeben soll,
dann wäre es konsequent, das Projekt Minikopfpauschale endlich zu beenden
und sich zu verabschieden. Es wäre ein starkes persönliches Zeichen. Auch
ein starkes politisches: Weil es all die Nachteile einer Reformdiskussion,
in der es zu viele Einzelinteressen und Lobbyisten gibt, schonungslos
offenlegen würde. Für das Gesundheitssystem wäre dies eine nachhaltigere
Verbesserung als alles, was im Moment in der Regierungskommission
diskutiert wird.
21 Apr 2010
## AUTOREN
(DIR) Gordon Repinski
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