# taz.de -- Buback-Mord: Verena Becker als "Mittäterin" angeklagt
       
       > Der Ex-RAF-Terroristin Verena Becker kam eine "maßgebliche Rolle" beim
       > Buback-Mord zu, heißt es aus Karlsruhe. Doch für eine unmittelbare
       > Tatbeteiligung fehlen Anhaltspunkte.
       
 (IMG) Bild: Verena Becker soll vor dem Attentat in Karlsruhe gewesen sein. Wahrscheinlich um den späteren Tatort auszukundschaften.
       
       KARLSRUHE apn/ddp | Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker hat nach
       Auffassung der Bundesanwaltschaft eine "maßgebliche Rolle" bei der
       Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seiner beiden
       Begleiter im Jahr 1977 eingenommen. Sie sei daher als "Mittäterin"
       anzusehen, heißt es in der am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlichten
       Anklage gegen die heute 57-jährige Becker.
       
       "Sie soll maßgeblich an der Entscheidung für den Mordanschlag, an dessen
       Planung und Vorbereitung sowie der Verbreitung der
       Selbstbezichtigungsschreiben mitgewirkt haben", heißt es in der Anklage,
       die bereits am 8. April vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts
       Stuttgart erhoben und nunmehr zugestellt wurde. Der Verdacht ihrer
       mittäterschaftlichen Beteiligung an dem Attentat habe sich durch die erst
       vor Kurzem abgeschlossenen Ermittlungen "weiter verdichtet". Becker war am
       27. August 2009 in Berlin festgenommen worden.
       
       Eine Kammer des Gerichtes hatte im Dezember die Entlassung der 57-Jährigen
       aus der Untersuchungshaft veranlasst, weil die Richter nur den Vorwurf der
       Beihilfe sehen. Auf Beihilfe steht eine deutlich geringere Strafe.
       
       Becker hat vor dem Attentat 1977 möglicherweise den Tatort in Karlsruhe
       ausgekundschaftet. Die heute 57-Jährige habe sich an der Ausspähung durch
       zwei andere RAF-Mitglieder beteiligt, teilte die Bundesanwaltschaft in
       Karlsruhe mit. Die Behörde veröffentlichte am Mittwoch Einzelheiten aus der
       Anklageschrift.
       
       Die heute 57-Jährige soll sich demnach bei den Tatplanungen vehement für
       das Attentat eingesetzt haben. Konkret geht es um Vorbereitungen im
       November 1976 im Harz und zum Jahreswechsel 1976/1977 in Holland. Nach den
       Ermittlungen der Bundesanwälte wirkte Becker zudem auch maßgeblich an der
       Versendung von Bekennerschreiben mit.
       
       Ihre DNA-Spuren wurden an zwei Briefen gefunden. Die Karlsruher Behörde
       sieht aber nach wie vor keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass
       Becker auf dem Tatmotorrad saß. Bei dem Anschlag am 7. April 1977 starben
       Buback und seine beiden Begleiter Georg Wurster und Wolfgang Göbel. Wer
       genau die Schüsse in der Karlsruher Innenstadt abgab, ist bis heute nicht
       geklärt.
       
       21 Apr 2010
       
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