# taz.de -- Kommentar IWF und Bankenkontrolle: Der Verhinderungsfonds
       
       > Die Marktgläubigkeit des Internationalen Währungsfonds hat durch die
       > Finanzkrise keinen Kratzer abgekommen. Nur so erklärt sich die
       > kategorische Ablehnung einer Finanztransaktionssteuer.
       
 (IMG) Bild: Eine gute Idee: die Finanztransaktionssteuer.
       
       Die absolute Marktgläubigkeit des Internationalen Währungsfonds (IWF)
       scheint durch die Finanzkrise keinen Kratzer abgekommen zu haben. Anders
       ist die kategorische Ablehnung einer Finanztransaktionssteuer nicht zu
       erklären.
       
       Eine Steuer auf alle Geschäfte mit Wertpapieren, Währungen und Derivaten
       hätte zwei wünschenswerte Effekte: Erstens könnte sie die kurzfristige,
       oftmals schuldenfinanzierte und damit besonders krisentreibende Spekulation
       einschränken; zweitens würde sie für regelmäßige hohe Einnahmen sorgen, die
       nicht nur für Bankenrettungsaktionen, sondern auch für Entwicklung und
       Klimaschutz zur Verfügung stünden.
       
       Die vom IWF geforderte Bankenabgabe lässt den Spekulanten dagegen freie
       Hand - und die Einnahmen sollen lediglich in einen Krisenfonds für künftige
       Bankenrettungen fließen. Dabei sagt der IWF zu recht, dass Banken, die zu
       groß sind, um pleitegehen zu dürfen, ein nicht hinnehmbares Risiko
       darstellen.
       
       Doch eine pauschale Abgabe ändert daran nichts - und selbst wenn sie
       irgendwann risikogewichtet wird, bleibt eine weitere Gefahr: Können sich
       die Banken auf einen Krisenfonds verlassen wie auf eine Versicherung, in
       die sie selbst eingezahlt haben - warum sollten sie künftig weniger riskant
       agieren?
       
       Wäre da nicht eine Zerlegung der Banken oder eine Beschränkung ihrer
       Geschäfte sinnvoller? Doch davon kein Wort beim IWF: Ihm scheint es allein
       darum zu gehen, eine strengere Regulierung des Finanzsektors zu verhindern.
       
       Die Befürworter der Finanztransaktionssteuer können die IWF-Studie trotzdem
       für ihre Zwecke nutzen: Das bisherige Hauptargument ihrer Gegner, eine
       solche Steuer sei zu leicht zu umgehen und daher nicht umsetzbar, wird
       nämlich en passant widerlegt.
       
       ***
       
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       22 Apr 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nicola Liebert
       
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