# taz.de -- Kommentar SPD-Vorstoß: Falscher Weg im Hauruck-Verfahren
       
       > Wieder mal das alte Politiker-Spiel: Da klagt die Hamburger
       > SPD-Opposition wieso es die krasse Fehleinschätzung gegeben und trotzdem
       > am 1. Mai im Hamburger Schanzenviertel geknallt hat, ein. Und
       > gleichzeitig wird schon die Lösung des Problems präsentiert.
       
 (IMG) Bild: Bald auch im Schanzenviertel? Eine verdachtsunabhängige Kontrolle auf der Reeperbahn in Hamburg.
       
       Wieder mal das alte Politiker-Spiel: Da klagt die Hamburger SPD-Opposition
       einerseits die fehlende Analyse, wieso es beim Staat- und Verfassungsschutz
       die krasse Fehleinschätzung gegeben und trotzdem am 1. Mai im Hamburger
       Schanzenviertel geknallt hat, ein. Und gleichzeitig wird schon die Lösung
       des Problems präsentiert und strafverschärfende Gesetzesänderungen
       gefordert, um Schwarz-Grün rechts zu überholen.
       
       Sicher ist es nicht schön, wenn scheinbar ohne politischen Hintergrund
       Jugend-Cliquen aus allen Regionen und Schichten Hamburgs im Schanzenviertel
       heftig randalieren- offenbar nur des Randalierens wegen und dabei selbst
       Rettungskräfte attackieren.
       
       Doch von einer Oppositionspartei sollte erwartet werden, dass sie gewisse
       Aspekte hinterfragt, anstatt in den Chor der Hardliner für höhere Strafen
       einzustimmen. Warum kommt es immer wieder zu derartigen Gewaltexzessen? Von
       wem? Wieso am 1. Mai und wieso an diesem Ort? Fragen, auf die es zurzeit
       keine Antwort gibt.
       
       Daher ist es richtig, dass die Grünen in der Koalition mit der CDU
       derartige Strafverschärfungen bislang verhindert haben und dafür sogar die
       Zustimmung der Linksfraktion erhalten, die eine Politik fordert, die gerade
       Jugendlichen Lebensperspektiven eröffnet und somit die gesellschaftlichen
       Ursachen der Gewalt bekämpft.
       
       5 May 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kai von Appen
       
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