# taz.de -- Humanistische Union gegen Polizeivideos: Sofortiges Filmverbot
> Verband erwägt einstweilige Verfügung gegen die Polizei. Die soll so
> gezwungen werden, die Verwaltungsgericht verkündete Beschränkung von
> Polizeivideos bei Demonstrationen zu befolgen.
(IMG) Bild: Polizei-TV, immer auf Sendung
Im juristischen Streit um Videoaufnahmen bei Demonstrationen wollen die
Kläger die Berliner Polizei möglicherweise zu einem schnellen Stopp des
Filmens zwingen. Das teilte ein Sprecher der Humanistischen Union, die
mehrere Kläger unterstützt, am Donnerstag mit. Mit einer einstweiligen
Verfügung durch ein Gericht könnten die Kläger erreichen, dass die Polizei
auf jeden Fall so lange nicht filmen darf, bis der Streit rechtskräftig
entschieden.
Das Verwaltungsgericht Berlin hatte das Filmen von friedlichen
Demonstrationen am Dienstag für rechtswidrig erklärt. Die Polizei dürfe nur
Aufnahmen machen, wenn es konkrete Anhaltspunkte für Straftaten oder Gewalt
gebe. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Polizeipräsident Dieter
Glietsch will in Berufung gehen und trotz des erstinstanzlichen Urteils
auch künftig den Ablauf friedlicher Demonstrationen per Videoübertragung
verfolgen lassen.
Der Sprecher der Humanistischen Union sagte, man erwäge einen Antrag auf
eine einstweilige Verfügung. Dass die Polizei ihre Niederlage nicht so
einfach hinnimmt, sondern das Oberverwaltungsgericht anrufen werde oder ein
eigenes Landesversammlungsgesetz verlange, sei nicht überraschend. Die
Kläger von der Anti-Atom-Demonstration müssten aber für die Zeit des
Rechtsstreits das weitere Filmen nicht akzeptieren.
Glietsch hatte am Mittwoch in der RBB-Abendschau angekündigt, Berufung
gegen das Urteil einzulegen. Videoaufnahmen seien bei allen großen
Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen nötig. Dies mache auch die Tragödie
bei der Love Parade in Duisburg deutlich. "Wenn bei einer Großdemonstration
mit 100.000 Menschen eine Panik ausbricht, haben wir dieselbe Situation",
sagte er. (dpa)
30 Jul 2010
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Gericht bemängelt Filmen auf Demos: Polizei übertreibt Überwachung
Polizisten dürfen auf friedlichen Demonstrationen nicht filmen, urteilt das
Verwaltungsgericht. Ein Ohrfeige für die Polizei, die fast jeden Protest
mit Kameras verfolgt.
(DIR) Innensenator will an Demo-Überwachung festhalten: Polizei soll Recht auf Film kriegen
Nachdem ein Gericht der Polizei verboten hat, friedliche Demos zu filmen,
erwägt der Innensenator ein Gesetz. Bürgerrechtler: Filmen ist nur
Machtdemonstration.