# taz.de -- Kommentar Volksinitiative für Rauchverbot: Eine Initiative ohne Feuer
> Die neue Initiative ist mutlos. Denn sie führt nur zu wiederholten
> Debatten. Einen Volksentscheid aber scheuen die Nichtraucher.
(IMG) Bild: Frische Luft, hier leicht nikotingeschwängert
Ja gehts noch? Da hat sich die elendige Debatte ums Rauchen ein wenig
beruhigt, nun wollen diese Nichtraucherfaschisten uns mit einer neuen
Unterschriftensammlung belästigen. Oder andersrum: Na endlich! Trotz aller
Neuregelungen wird in Kneipen rücksichtslos gequalmt. Die Politik kuscht
nur vor der Tabaklobby, da muss das geräucherte Volk ja in den Kampf
ziehen. Zwischen diesen beiden Extrempositionen gibt es nicht viel in der
Diskussion über Nichtraucherschutz und Raucherfreiheit. Und deshalb wäre es
tatsächlich gut, wenn das Volk sich einmal entscheiden würde. Könnte.
Müsste.
Die nun von diversen Nichtraucherinitiativen angezettelte Volksinitiative
allerdings produziert wieder mal nur heiße Luft. Denn sie erzwingt keinen
Volksentscheid, sondern allenfalls ein neues Palaver im Parlament. Davon
wird nicht eine Kippe ausgedrückt. Auch die Idee, mit der
Unterschriftensammlung ein Thema für den bevorstehenden Wahlkampf zu
setzen, zündet nicht. Denn es gibt kaum eine Frage, die weniger
parteipolitisch beantwortet wird. Die Palette reicht vom
frischluftfanatischen Freidemokraten bis zum Gauloises-geilen Grünen.
Für einen Volksentscheid dürfte es kaum ein besseres Thema geben. Denn hier
muss die Bevölkerung tatsächlich für sich selbst den Umgang im öffentlichen
Leben regeln. Wenn die Nichtraucher in einer so heiß diskutierten Frage
dennoch nur eine folgenlose Initiative starten wollen, gibt es nur eine
Erklärung dafür. Sie haben Angst, bei einem Volksentscheid zu scheitern.
Wer so mutlos ist, kann es aber auch gleich sein lassen.
25 Sep 2010
## AUTOREN
(DIR) Gereon Asmuth
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