# taz.de -- Fusion von NPD und DVU: Rechte bündeln ihre Kräfte
       
       > Weil ihre Mitgliederzahlen sinken, will die rechtsextreme Partei NPD sich
       > mit der DVU zusammen tun. Sie hofft damit bessere Ergebnisse bei den
       > kommenden Landtagswahlen zu erzielen.
       
 (IMG) Bild: Der NPD-Parteivorsitzende Udo Voigt (li) und der DVU-Bundesvorsitzende Matthias Faust (re) am Samstag in Hohenmölsen.
       
       HOHENMÖLSEN dpa | Die rechtsextremen Parteien in Deutschland wollen ihre
       Kräfte bündeln. Die NPD beschloss am Samstag die Vereinigung mit der DVU.
       Bei einem Parteitag in Hohenmölsen (Sachsen- Anhalt) stimmten nach Angaben
       der Partei 194 von 207 Delegierten für den zum Jahreswechsel geplanten
       Beitritt der Deutschen Volksunion (DVU). Diese will bei einem Parteitag
       Ende November über die Fusion entscheiden. Danach sind in beiden Parteien
       noch Urabstimmungen der Mitglieder geplant.
       
       Am Rande des NPD-Parteitages demonstrierten rund 400 Menschen gegen
       Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Der Parteitag war am Freitag
       vom Oberverwaltungsgericht in Magdeburg gegen den Willen der Stadt
       Hohenmölsen zugelassen worden.
       
       Angeführt wurde der Protest von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang
       Böhmer (CDU). "Wir haben schon einmal in Deutschland die Demokratie
       verspielt. Das darf uns nicht noch einmal passieren", sagte der
       Regierungschef. Er sprach sich in Hohenmölsen für ein neues
       NPD-Verbotsverfahren aus. "Aus meiner Sicht gäbe es genügend Gründe, diesen
       Schritt noch einmal zu gehen.
       
       Hintergrund des geplanten Zusammenschlusses der beiden rechtsextremen
       Parteien sind finanzielle Probleme und sinkende Mitgliederzahlen. Laut
       Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die NPD Ende 2009 rund 6800
       Mitglieder, zwei Jahre zuvor waren es noch 7200 gewesen. Die Zahl der
       DVU-Mitglieder wird auf rund 4000 geschätzt.
       
       Voraussetzung der Fusion war für die NPD, dass keine neuen Schulden gemacht
       werden. Vor wenigen Wochen hatte der frühere Parteichef Gerhard Frey der
       DVU eine Rückforderung von rund einer Million Euro erlassen. Die NPD soll
       künftig den Zusatz "Die Volksunion" im Namen tragen. Sie erhofft sich nach
       der Vereinigung bessere Chancen bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr.
       
       6 Nov 2010
       
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