# taz.de -- Beamte bald gekennzeichnet: Nummern statt Namen für Polizisten
       
       > Im Konflikt um das Tragen von Namensschildern liegt jetzt ein
       > Kompromissvorschlag vor. Polizeipräsident Glietsch ist dafür, die
       > Gewerkschaften fordern als Minimum rotierende Nummern.
       
 (IMG) Bild: Kann sein Gegenüber bald beim Namen nennen: Mediaspree-Gegner im Juni 2010
       
       Die Zeit läuft. Bis Jahresende werde er die Kennzeichungspflicht für
       Polizisten einführen, hatte Polizeipräsident Dieter Glietsch im Sommer
       gegenüber der taz verkündet. Der Hauptpersonalrat lehnt das Vorhaben
       allerdings ab. Am Freitag hat die Einigungsstelle, in der Vertreter des
       Arbeitgebers und Arbeitnehmer sowie ein Richter sitzen, einen
       Kompromissvorschlag für das Tragen von Namensschildern unterbreitet: Jeder
       Polizist soll selbst entscheiden können, ob er sich dem Bürger mit Namen
       oder Nummer präsentiert.
       
       Am 26. November will die Einigungsstelle wieder tagen. Sollten sich
       Hauptpersonalrat und Polizeipräsident nicht einigen, wird das Gremium am
       selben Tag eine Entscheidung verkünden. Innensenator Ehrhart Körting (SPD)
       teilte am Freitag mit, er würde es sehr begrüßen, wenn es zu einer von
       beiden Seiten getragenen Einigung komme. Zuvor hatte Körting aber betont,
       die Kennzeichnung notfalls auch gegen das Votum durchzusetzen.
       
       Seit über 30 Jahren fordern Bürgerrechtsgruppen eine individuelle Kennung
       für Polizisten - allen voran für die geschlossenen Einheiten. Schläger in
       Uniform können leichter identifiziert werden, so die Annahme.
       Polizeigewerkschaften und Personalräte argumentieren damit, namentlich
       gekennzeichnete Beamte könnten von Bürgern gestalkt werden.
       
       Glietsch hält diese Befürchtung für irrational. Der Kompromissvorschlag der
       Einigungsstelle, es dem Beamten selbst zu überlassen, ob er sich mit einem
       Namens- oder Nummernschild ausstattet, war ohnehin sein Plan: Auf der
       Vorderseite des Schilds solle der Name stehen, auf der Rückseite die
       Dienstkartennummer, hatte Glietsch im Sommer gesagt.
       
       Die Polizeigewerkschaften sprechen von einem "Kniefall" vor dem Teil der
       Gesellschaft, der "Gewalt gegen Bullen befürwortet". Das Mindeste sei, eine
       regelmäßige Nummernrotation einzuführen. Die CDU hatte am Donnerstag im
       Abgeordnetenhaus eine namentliche Abstimmung beantragt und eine schwere
       Schlappe erlitten. SPD, Linke, Grüne und FDP votierten für die
       Kennzeichnung.
       
       12 Nov 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Plutonia Plarre
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