# taz.de -- Kommentar Geistliche Aufklärung: Ein Bischof hebt den Teppich an
> Bischof Bodes konsequentes Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch durch
> Geistliche ist alles andere als selbstverständlich.
(IMG) Bild: Hat den Vatikan eingeschaltet: der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode
Respekt verdient der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode. Denn sein
konsequentes Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch durch Geistliche ist alles
andere als selbstverständlich: Wenn das noch eines Belegs bedurfte, hat den
der protestantische Oldenburger Bischof Jan Janssen geliefert, der am
Mittwoch von sexuellen Unbotmäßigkeiten im Oberkirchenrat faselte, die aber
intern ohne straf- oder dienstrechtliche Konsequenzen gar gütlich beigelegt
wurden.
Ja, das Untern-Teppich-kehren ist ein in hierarchisch-strukturierten
Organisationen beliebtes Verfahren. Und aus konservativ-katholischen
Kreisen gab es durchaus Kritik an Bodes "Vorpreschen" im Umgang mit
Missbrauchsvorwürfen. Tatsächlich geht der Bischof mit seinem
Bußgottesdienst theologisch sehr weit, räumt er durch den doch eine
Mitschuld der Institution Kirche ein, die durch die autoritative Rolle
ihrer - oft im biologischen Sinne unaufgeklärten und durch den Zölibat
latent unbefriedigten - Priester ein gutes Klima für Missbrauch produziert.
Für die Opfer wichtiger ist aber, dass das Bistum die Verfahren konsequent
nach außen trägt, sprich: Vorwürfe standardmäßig durch die weltliche Justiz
prüfen lässt - wie auch im Fall des Andreas H. aus Spelle. Denn an echte
Aufklärung durch geistliche Gerichte glauben selbst gute Katholiken nicht
mehr. Sondern nur dumme.
17 Nov 2010
## AUTOREN
(DIR) Benno Schirrmeister
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Während das Landgericht Osnabrück prüft, ob es den Vergewaltigungsprozess
gegen einen Priester aus Spelle eröffnen soll, treibt Bischof Franz-Josef
Bode die Aufklärung nach kanonischem Recht voran.