# taz.de -- Sonntagsspiele in der Liga: Schalke marschiert, Mainz stagniert
       
       > Mit einem schmucklosen 1:0 springt Schalke ins Liga-Mittelfeld. Mainz
       > stagniert, während Gladbach unterstreicht, warum das Team Tabellenletzter
       > ist.
       
 (IMG) Bild: Elegant ist das nicht: Der Mainzer Christian Fuchs und der Schalker Jefferson Farfan im Kampf um den Ball.
       
       MAINZ dpa | Mit einem schmucklosen 1:0 (1:0) beim FSV Mainz 05 hat sich
       Schalke 04 weiter aus der Abstiegszone der Fußball-Bundesliga entfernt.
       Jefferson Farfán traf im ausverkauften Bruchwegstadion in der 30. Minute
       zum Sieg der "Königsblauen".
       
       Die Gäste konnten sich sogar einen verschossenen Foulelfmeter von Klaas Jan
       Huntelaar (8.) leisten, auf der Gegenseite scheiterte André Schürrle (73.)
       per Strafstoß an Schalke-Schlussmann Manuel Neuer. Während sich die
       Mannschaft von Felix Magath vom 15. auf den 10. Platz verbesserte, rutschte
       Mainz auf den vierten Rang ab.
       
       So schlecht platziert waren die Rheinhessen zuletzt am ersten Spieltag.
       Mainz ist gegen Schalke nun schon seit 525 Minuten torlos, verlor zudem
       vier der letzten fünf Heimspiele. Die Gäste zeigten sich mit dem Rückenwind
       des Gruppensiegs in der Champions League stark verbessert und traten nun
       auch in der Bundesliga auswärts ganz anders auf als zuletzt beim 0:5 in
       Kaiserslautern.
       
       FSV-Trainer Thomas Tuchel hatte seine Anfangs-Elf im Vergleich zum 1:2 bei
       Eintracht Frankfurt auf fünf Positionen umgestellt. Sein Schalker Kollege
       Magath ersetzte nach dem 2:1 in der Champions League bei Benfica Lissabon
       Kyriakos Papadopoulos durch Farfán. Dieser Wechsel machte sich bezahlt, der
       Peruaner war überragender Schalker Akteur.
       
       Schon die Anfangsphase hatte es in sich. Chancen auf beiden Seiten und der
       erste Aufreger in der achten Minute: 05-Verteidiger Christian Fuchs foulte
       an der Strafraumgrenze fast in Höhe der Grundlinie Farfán, Schiedsrichter
       Felix Brych (München) pfiff Strafstoß. Alle Mainzer Proteste halfen nichts,
       dafür stand das Glück den Gastgebern zur Seite.
       
       Huntelaar schoss den Ball vom Elfmeterpunkt an den linken Innenpfosten, von
       dort sprang der Ball an den Rücken von Christian Wetklo und dann ins Aus
       statt ins Tor. Wetklo, der sich noch lange nicht über den Strafstoß
       beruhigt hatte, sah danach die Gelbe Karte wegen Reklamierens.
       
       Das Spieltempo ließ etwas nach, Schalke wurde dank der besseren Spielanlage
       mehr und mehr zur bestimmenden Mannschaft. Die Westfalen standen in der
       Abwehr kompakt und ließen die Mainzer kaum zur Entfaltung kommen. Zwingende
       Schalker Torchancen blieben zunächst aus, bis sich nach einer halben Stunde
       Lukas Schmitz auf links durchsetzte und klug in den Rücken der Mainzer
       Abwehr passte. Jose Manuel Jurado scheiterte noch im ersten Versuch, doch
       dann war Farfán zur Stelle und traf aus etwa zehn Metern.
       
       Mit der Führung im Rücken kontrollierte Schalke das Spiel. Mainz
       entwickelte keinen Zug nach vorn und machte sich selbst das Leben durch
       Fehlpässe und fruchtlose Dribblings schwer. "Wir haben uns den Schneid
       abkaufen lassen", urteilte Mainz-Präsident Harald Strutz zur Halbzeit am
       "Sky"-Mikrofon.
       
       Nach einer Stunde setzte Tuchel mit einem Dreier-Wechsel alles auf eine
       Karte. Der Ex-Schalker Lewis Holtby, Marco Caligiuri und Adam Szalai kamen
       für Elkin Soto, Marcel Risse und Andreas Ivanschitz. Auch diese Maßnahme
       drohte zu verpuffen, bis fast aus dem Nichts Mainz die Chancen zum
       Ausgleich geschenkt bekam. Nach einem Patzer von Christoph Metzelder
       brachte Neuer Szalai zu Fall und hielt wenig später Schürrles Strafstoß.
       Szalais abgefälschter Nachschuss traf nur die Latte. Die Mainzer blieben
       bis zum Schluss bemüht, konnten sich aber keine klaren Torchancen mehr
       erspielen.
       
       Gladbach-Pleite in Freiburg 
       
       Bei Borussia Mönchengladbach sieht vieles nach dem dritten Abstieg aus der
       Fußball-Bundesliga aus. Der Tabellenletzte präsentierte sich am Sonntag bei
       der 0:3 (0:2)- Niederlage beim SC Freiburg so angeschlagen, als hätte er
       den Glauben an seine Rettung zum ersten Mal selbst verloren. Die Mannschaft
       gab sich nach dem Freiburger Führungstreffer durch Papiss Demba Cissé (19.)
       praktisch auf. Präsident Rolf Königs verließ nach den weiteren Toren von
       Oliver Barth (41.) und Cissé (59.) frustriert das Stadion. Und die
       Gladbacher Fans zeigten eine besondere Form des Protests: Sie sahen dem
       erschreckend harmlosen Spiel ihres Teams schweigend zu.
       
       Nur die sportliche Leitung der Borussia bleibt nach der vierten Niederlage
       in Serie bei ihrer standhaften Linie. Für Trainer Michael Frontzeck ist ein
       Rücktritt nach wie vor "keine Option". Und ein Rauswurf des 46-Jährigen
       kommt für den Club zumindest bis zum letzten Hinrunden-Spiel am Freitag
       gegen den Hamburger SV nicht infrage. "Natürlich wird es jetzt nicht
       ruhiger. Wir müssen da jetzt im Sturm stehen", sagte Sportdirektor Max
       Eberl. Die Nachfrage nach einer möglichen Ablösung Frontzecks beantwortete
       er mit einem "Nein".
       
       Dabei gehen dem mittlerweile sogar von Vereinslegenden wie Berti Vogts
       kritisierten Tandem langsam die Argumente aus. Das 0:3 von Freiburg war aus
       Gladbacher Sicht ein Spiegelbild dieser bislang so verkorksten Saison. Eine
       Viertelstunde lang spielte die Mannschaft mutig und entschlossen und hätte
       durch Juan Arango (6.) und Mohamadou Idrissou (16.) sogar in Führung gehen
       können. "Bei uns fällt das Tor nicht, und im Gegenzug kriegen wir dann das
       1:0", haderte Frontzeck. Danach kam von seinem Team abgesehen von einer
       durch Freiburgs Heiko Butscher unfreiwillig eingeleiteten Großchance (32.)
       nichts mehr.
       
       12 Dec 2010
       
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