# taz.de -- US-Senat ratifiziert Start-Abkommen: Obama überzeugt Republikaner
       
       > Nach wochenlangem Gezerre hat der US-Senat das Start-Abkommen mit
       > Russland ratifiziert. Präsident Obama spricht vom wichtigsten
       > Abrüstungsvertrag seit zwei Jahrzehnten.
       
 (IMG) Bild: Verabschiedet sich zufrieden in den Urlaub: US-Präsident Obama.
       
       WASHINGTON dpa | Vom Weißen Haus über Berlin bis zum Kreml: Die Nachricht
       von der Ratifizierung des Start-Abrüstungsabkommens durch den US-Senat ist
       überall mit Erleichterung aufgenommen worden. Buchstäblich in letzter
       Minute war es US-Präsident Barack Obama gelungen, genügend Republikaner auf
       seine Seite zu ziehen, um die die nötige Zweidrittelmehrheit im Senat zu
       erreichen. Der Vertrag wurde am Mittwoch mit 71 zu 26 Stimmen angenommen,
       13 Republikaner stimmten mit den Demokraten - 4 mehr als benötigt.
       
       Obama pries das Abkommen zur Verringerung der strategischen Nuklearwaffen
       als "wichtigsten Abrüstungsvertrag seit fast zwei Jahrzehnten". Der Vertrag
       werde die Welt sicherer machen. Er verpflichtet beide Staaten, die Zahl der
       stationierten nuklearen Sprengköpfe innerhalb der nächsten sieben Jahre von
       je 2200 auf 1550 zu reduzieren. Die Zahl der Trägersysteme soll auf jeweils
       700 begrenzt werden.
       
       Jetzt muss noch die russische Staatsduma dem Vertrag zustimmen, den Obama
       und Kremlchef Dmitri Medwedew im April in Prag unterzeichnet hatten. Dies
       gilt als eine reine Formsache. Nach Medienberichten könnte das von
       kremltreuen Parteien dominierte Parlament schon an diesem Freitag den
       Vertrag billigen.
       
       Russland begrüßte die Ratifizierung. Medwedew habe die Informationen aus
       Washington "mit Zufriedenheit" aufgenommen und hoffe, dass auch die
       Staatsduma und der Föderationsrat das Abkommen ratifizieren, sagte seine
       Sprecherin. Die Entscheidung des US-Senats sei ein weiterer Beweis für die
       Verbesserung der Beziehungen zwischen Moskau und Washington.
       
       Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem "wichtigen Meilenstein in
       der Entwicklung einer wirklichen Partnerschaft" mit Russland, wie sie auch
       in dem neuen strategischen Konzept der Nato angelegt ist.
       Bundesaußenminister Guido Westerwelle erwartet jetzt "ein Jahrzehnt der
       Abrüstung". "Ein erfolgreicher Abschluss von "New Start" wäre ein
       Quantensprung für die weltweiten Bemühungen um nukleare Abrüstung und das
       klare Signal, dass die beiden führenden Atommächte ihre
       Abrüstungsverpflichtung ernst nehmen", sagte er.
       
       Die Nato lobte die Billigung als bedeutenden Beitrag zur Sicherheit im
       euro-atlantischen Gebiet. Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erinnerte
       daran, dass die Allianz den Aufbau einer Raketenabwehr in Europa
       beschlossen hat - bei diesem Vorhaben soll auch Russland miteinbezogen
       werden.
       
       Die Ratifizierung des Vertrags zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen
       war eines von Obamas größten außenpolitischen Zielen. Die Billigung hatte
       in den vergangenen Wochen wiederholt an einem seidenen Faden gehangen:
       Immer wieder gab es Vorbehalte und Blockadeversuche der Republikaner.
       
       Obama hatte seinen Weihnachtsurlaub wegen des Gerangels um den Startvertrag
       und anderer Debatten im Kongress verschoben. Nach der Entscheidung flog
       Obama direkt in den Weihnachtsurlaub, den er mit seiner Familie auf Hawaii
       verbringt. Er feiert mit seiner Familie in einem Strandhaus in Kailua,
       nicht weit entfernt von seinem Geburtsort Honolulu.
       
       23 Dec 2010
       
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