# taz.de -- Safer Internet Day: Kinderschutz mit ein paar Klicks
       
       > Moderne Betriebssysteme wie Windows 7 oder Mac OS X bieten eingebaute
       > Technik, um den Nachwuchs vor Bösem im Netz zu schützen. Eltern entlastet
       > das nicht.
       
 (IMG) Bild: Aufklärung ist der beste Schutz: Kind am Computer.
       
       Es gab eine Zeit, da mussten sich Eltern zwecks Kindersicherung von PC oder
       Mac in einen Laden begeben, um sich teure Schutzprogramme wie "Cybersitter"
       oder "Netnanny" zu kaufen. Die schotteten den auf dem Rechner laufenden
       Webbrowser dann mehr schlecht als recht mit Filtern gegen "böse"
       Internet-Inhalte ab, vom Pornoangebot über braunen Müll bis zur
       Gewaltseite.
       
       Die speziellen Schutzprogramme existieren immer noch und sie sind besser
       geworden. Allerdings bringen moderne Betriebssysteme wie Windows 7 oder Mac
       OS X mittlerweile einen Grundschutz in Form sogenannter Parental
       Controls-Funktionen mit. Meist reichen sie aus, Zusatzsoftware ist nur in
       Ausnahmefällen nötig.
       
       Beim Betriebssystem Mac OS X heißt [1][die Schutzfunktion] auf Deutsch
       "Kindersicherung" und bietet viele Möglichkeiten. Mit der Kindersicherung
       kann man bestimmen, wie oft Kinder den Rechner in der Woche und am
       Wochenende verwenden können, welche Seiten sie im eingebauten
       Safari-Browser betrachten können - entweder in Form einer "White List" mit
       zugelassenen Angeboten oder über einen automatischen Filter - und mit wem
       sie sich per E-Mail oder Chat austauschen können.
       
       Das alles ist stark auf Apples eigene Software ausgerichtet. Wer einen
       anderen Browser oder ein anderes E-Mail-Programm verwendet, ist auf sich
       gestellt. Auch dieses Problem lässt sich einfach lösen, indem man dem
       Nachwuchs einen eigenen Rechnerzugang mit beschränkten Rechten einrichtet.
       Der Zugang kann nur eine bestimmte Anzahl an Programmen enthalten, alle
       anderen sind gesperrt. Feinabstimmung lassen sich recht einfach vornehmen.
       
       Ein eigener Account ist auch bei Computern mit dem Betriebssystem
       [2][Windows 7] hilfreich. Der Nachwuchs kann ebenfalls auf bestimmte
       Benutzungszeiten beschränkt werden. Zudem ist es möglich, Spiele und andere
       Programme zu bestimmen, die erlaubt oder verboten sind. Im Bereich
       "Web-Restriktionen" wird festgelegt, welche Online-Angebote angesteuert
       werden können. Hier achtet Microsofts Browser Internet Explorer auf
       bestimmte Labels, die Websites mitsenden, was allerdings nicht jede Website
       macht. Die Einstellung, was erlaubt ist und was verboten, kann recht genau
       vorgenommen werden.
       
       Unter Windows 7 wird auch deutlich, dass Microsoft anderen Firmen das
       Geschäfts nicht vermiesen will - Schutzprogramme wie die von [3][Norton]
       oder [4][Cyberpatrol] bieten umfangreichere Funktionen. Keines davon nimmt
       Eltern ab, sich intensiv mit der Schutzsoftware zu beschäftigen. Überhaupt
       gilt: Keine Parental-Control-Anwendung der Welt nimmt Vater und Mutter aus
       der Verantwortung für den Nachwuchs. Denn kein Schutz ist perfekt. Kinder
       kennen sich schnell besser mit dem Rechner aus als ihre Eltern, spätestens
       dann sind so manche Schutzprogramme des Computers wie auch spezielle
       Kindersicherungsprogramme rasch ausgehebelt. Wer mit Kindern zu wenig über
       das redet, was er oder sie im Netz treibt, hat hier bald ein Problem.
       
       Der Rechner gehört am besten nicht ins Kinderzimmer, sondern in einen
       Wohnbereich, der gemeinsam genutzt wird. Das heißt nicht, dass man dem
       Nachwuchs keine PC-Privatsphäre gönnen sollte. Doch gerade am Anfang ist es
       wichtig, gemeinsam zu surfen, Kinder auf Gefahren aufmerksam zu machen
       (ohne sie zu verschrecken) und eine Vertrauensbasis zu schaffen, damit der
       Nachwuchs sich meldet, wenn ihm etwas Unangenehmes im Netz widerfährt.
       Diese Verantwortung kann und sollte keine Technik den Eltern abnehmen.
       
       8 Feb 2011
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.apple.com/findouthow/mac/#parentalcontrols
 (DIR) [2] http://www.microsoft.com/windows/windows-7/features/parental-controls.aspx
 (DIR) [3] http://onlinefamily.norton.com/familysafety/loginStart.fs
 (DIR) [4] http://www.cyberpatrol.com/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ben Schwan
       
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