# taz.de -- Kommentar neuer Grünen-Vorstand: Jeder soll eingebunden werden
> Zwei für alle ist offenbar das Motto, mit dem die Parteispitze die Basis
> hinter Renate Künast einen soll.
(IMG) Bild: Mit dem neuen Vorstand wird Renate Künasts Enthusiasmus keine Grenzen mehr kennen.
Eine für alle, oder: Eine Stadt für alle, ist das Motto, mit dem Renate
Künast im Herbst Regierende Bürgermeisterin werden will. Zwei für alle ist
offenbar das Motto, mit dem die Parteispitze die Basis hinter Künast einen
soll. Jeder soll eingebunden sein, keiner vergrätzt werden vor einem
Wahlkampf, der die Berliner Grünen fordern wird wie noch keiner zuvor. Das
ist das klare Signal, das von der designierten neuen Doppelspitze der
Grünen ausgeht, die sich in dreieinhalb Wochen der Basis zur Wahl stellen
will.
Seit ihrer Nominierung Anfang November hat Künast von ihrer Partei
verlangt, sich breit aufzustellen, neu zu denken, Verantwortung für die
ganze Stadt zu übernehmen. Das passt nicht allen in der Partei. Umso
wichtiger ist es, deren neue Führung ausgewogen zu besetzen. Mit dem Duo
Jarasch/Wesener könnte das durchaus gelingen.
Möglich gemacht hat das erst Nochlandeschef Stefan Gelbhaar, der als
Flügelunabhängiger nicht in das Schema gepasst hätte: Ohne seinen
freiwilligen Rückzieher hätte es das Modell "Zwei für alle" nicht geben
können. Die Partei hätte einem Mann, unter dessen Führung sie um gut ein
Viertel auf fast 5.000 Mitglieder gewachsen und in den Umfragen auf
Volksparteigröße gestiegen ist, kaum die Wiederwahl verweigert. Ein
düpierter linker Flügel aber wäre ein schlechtes Zeichen gewesen.
Ein zu großes Opfer dürfte es für Gelbhaar aber nicht sein, da er ohnehin
über eine Kandidatur fürs Abgeordnetenhaus nachdachte. Nur sollte die
Parteibasis ihm diesen Wechsel nun auch ermöglichen.
10 Feb 2011
## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Kandidaten für Vorstandswahl: Grüne binden Kreuzberg ein
Neben der Reala Bettina Jarasch soll der Parteilinke Daniel Wesener
Grünen-Landeschef werden. Nochvorsitzender Stefan Gelbhaar will sich ins
Parlament wählen lassen.