# taz.de -- KOMMENTAR: ZWEISCHNEIDIGES ENAGEMENT: Folgen eines Abgangs
       
       > Niels Stolberg hat durchaus polarisiert - auch, wenn er viel gutes getan
       > hat. Die Frage ist, ob sein soziales Engagement zur Last wird, wenn es
       > ausfällt. Denn dass Oaktree auch humanitäre Ambitionen verfolgt ist
       > unwahrscheinlich.
       
 (IMG) Bild: Spuren der Vergangenheit: Der Schriftzug "Beluga" auf dem Wegweiser zur "School for Life" wurde sorgfältig getilgt.
       
       Niels Stolberg hat, so lange er Herr der eigenen Reederei war, immer
       einfach das getan, was er für richtig hielt. Mitunter rücksichtslos - etwa
       auf Spiekeroog, wo seine Präsenz als erdrückend empfunden wurde. Oft
       polarisierend - etwa, wenn er, Piratenopfer, nach Berlin düste und
       nassforsch den Schutz seiner barbaduanisch geflaggten Frachter durch die
       Bundesmarine forderte.
       
       Aber es war eben auch sehr vieles sehr gut: In Elsfleth und Bremen hat
       Stolberg Nautik-Professuren gestiftet, er ist Werder-Sponsor, er hat das
       Frauenhaus und die Tafel in Oldenburg, das Kinderhospiz Jona, den
       Martinsclub und das Klimahaus unterstützt, in der Stadt eine eigene Schule
       aus dem Boden gestampft - und eine in Thailand, die Beluga School for Life
       für Tsunami-Opfer.
       
       Kurz: Er hat sich unverzichtbar gemacht. Dass eine
       Kapitalmanagement-Gesellschaft wie Oaktree ähnliche Ambitionen verfolgt -
       unwahrscheinlich. Das zeigt die Zweideutigkeit von ehrenwertem
       bürgerschaftlichem Engagement: Dort, wo es als Alternative zu öffentlichen
       Verpflichtungen gefordert wird, kann es zwar Löcher flicken und einen
       schleichenden Rückzug des Staates begünstigen. Aber eben nur so lange alles
       gut geht. Wenn nicht, wirds zur Zerreißprobe fürs soziale Netz.
       
       3 Mar 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Benno Schirrmeister
       
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