# taz.de -- Kommentar Radiowelt in Hannover: Mainstream auf Geheiß von oben
       
       > Für Eros Ramazzotti und Tina Turner braucht man kein Bürgerradio. Man
       > braucht es für die vielen Stimmen in der Stadt, die interessant sind,
       > aber zu unbekannt, um es in die Mainstream-Medien zu schaffen.
       
 (IMG) Bild: Demnächst außer Betrieb: Die Büroräume des Radiosenders „Radio Leinehertz 106.5“
       
       Die Radiomacher in Niedersachsen sind nicht zu beneiden. Unter den
       Argusaugen einer nach langen CDU-Jahren konservativ besetzten Medienanstalt
       müssen sie selbst dann Quote liefern, wenn sie Bürgerradio machen - also
       etwas, was für das Gegenteil von Quote steht.
       
       Der Verdacht lässt sich nicht abschütteln, dass es in Wirklichkeit um
       andere Dinge geht: Radio von unten soll in Niedersachsen keine Steuermittel
       bekommen - vor allem dann nicht, wenn es politisch nach links tendiert.
       
       Deswegen musste Radio Flora in Hannover weg - gerade als es dabei war, von
       einem "Sprachrohr der Bewegung" zu einem professionellem Sender zu werden.
       
       Die Kursänderung des Flora-Nachfolgers LeineHertz ist eine
       Verzweiflungstat: Steigern die Verantwortlichen die Reichweite nicht, hätte
       man Radio Flora nicht dichtmachen müssen.
       
       Doch für Eros Ramazzotti und Tina Turner braucht man kein Bürgerradio. Man
       braucht es für die vielen Stimmen in der Stadt, die interessant sind, aber
       zu unbekannt, um es in die Mainstream-Medien zu schaffen.
       
       Um möglichst viele Hörer zu erreichen, sollte so ein Radio dann auch noch
       gut gemacht sein. Aber das verstehen die Betonköpfe in der Medienanstalt
       leider nicht.
       
       9 Mar 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Wiese
 (DIR) Daniel Wiese
       
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