# taz.de -- Kommentar Fehmarnbelt: Harter Schlag für die Technokraten
       
       > Schleswig-Holsteins SPD geht auf Distanz zum Milliardenprojekt
       > Fehmarnbelt-Querung.
       
 (IMG) Bild: Die Einschläge kommen näher: Über der Fehmarnsund-Brücke braut sich ein heftiges Gewitter zusammen.
       
       Es bröckelt gewaltig über dem Fehmarnbelt. Wenn sich die
       schleswig-holsteinische SPD am Wochenende tatsächlich gegen den Tunnelbau
       unter der Ostsee aussprechen sollte, wäre das ein harter Schlag für die
       Zunft der Technokraten. Es wäre eine Absage an den Irrglauben, dass alles,
       was machbar ist, auch gemacht werden muss.
       
       Bei ihrem Kurswechsel erhält die Partei, die seit fast zwei Jahrzehnten in
       rot-grüner und in Großer Koalition das Projekt immer unterstützt hat,
       Orientierungshilfe von drei Seiten. Von ihren eigenen Umweltpolitikern, von
       den Gewerkschaften und vom möglichen grünen Koalitionspartner. Denn in 13
       Monaten wird im Land neu gewählt, da gilt es, am Profil zu feilen.
       
       Für die Ökos in der Nord-SPD ist die Fehmarnbelt-Querung ein Ärgernis, für
       die in der betroffenen Region Ostholstein allemal. Und deren
       einflussreichste Vertreterin, die Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn,
       ist immerhin Parteivize. Zudem beharrt der Arbeitnehmerflügel auf der
       Sicherung der Arbeitsplätze bei den Fähren und im Bäder-Tourismus.
       
       Und die Grünen, vehemente Kritiker des Tunnels, muss man ja nicht verärgern
       mit einem Projekt, das letztlich in der Kompetenz des Bundes entschieden
       wird. Ob eine rot-grüne Landesregierung die Querung verhindern kann, ist
       fraglich. Aber wenn sie es versuchte, wäre das allemal löblich.
       
       5 Apr 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sven-Michael Veit
       
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 (DIR) Fehmarnbelt-Querung: SPD geht auf Distanz: Schweres Wetter über Fehmarn
       
       Die SPD in Schleswig-Holstein geht auf Distanz zum Tunnel unter der Ostsee.
       Die Gefahren für Tourismus und Dumpinglöhne beim Bau seien nicht
       akzeptabel. Gegner des Projekts sind zum Dialog bereit.