# taz.de -- Vorermittlungen gegen Strauss-Kahn: Mutter des potenziellen Opfers involviert
> Neue Verwicklungen im Fall Strauss-Kahn: Die Mutter der französischen
> Journalistin, die dem Ex-IWF-Chef versuchte Vergewaltigung vorwirft,
> hatte eine Affäre mit Strauss-Kahn.
(IMG) Bild: Hat mit dem mutmaßlichen Angreifer ihrer Tochter Sex gehabt: Anne Mansouret.
PARIS dpa | Bei den Vorermittlungen wegen des Vorwurfs der versuchten
Vergwaltigung gegen den ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn sind in
Paris neue, überraschende Details ans Licht gekommen: Die Mutter der
Autorin, die Strauss-Kahn versuchte Vergewaltigung vorwirft, habe bei ihrem
Verhör eingeräumt, selber eine Affäre mit dem Politiker gehabt zu haben.
"Einvernehmlich, aber durchaus brutal" sei ihr Verhältnis gewesen, sagte
sie der Polizei nach einem am Montagabend veröffentlichten Bericht der
Website lexpress.fr. Sie hätten sich in einem Büro bei der OECD getroffen.
Anne Mansouret, eine Parteifreundin von Strauss-Kahn, bekräftigte nach dem
Bericht, dass sie ihrer Tochter 2003 abgeraten habe, den Politiker wegen
versuchter Vergewaltigung anzuzeigen. Ein Anwalt habe ihr erklärt, dass die
Aussichten auf Erfolg nicht besonders groß seien, da Strauss-Kahn die
Vorwürfe als Racheakt einer enttäuschten Journalistin hätte zurückweisen
können.
Sie betonte auch, dass der damalige Parteichef François Hollande auf dem
Laufenden gewesen sei. Nach Informationen von lefigaro.fr soll Hollande im
September im Rahmen der Vorermittlungen vernommen werden. Hollande könnte
im April für die Sozialisten zur Staatspräsidentenwahl antreten - bis Mai
galt ausgerechnet Srauss-Kahn dagegen als Favorit für
Sozialistenkandidatur. Hollande behauptet, er habe von "so schlimmen
Ereignissen nie gewusst" und seine Rolle als Parteichef sei nicht gewesen,
sich mit Gerüchten zu beschäftigen.
Die 32 Jahre alte Autorin Tristane Banon hatte Strauss-Kahn wegen
versuchter Vergewaltigung bei einem Interview-Termin vor acht Jahren
angezeigt. Strauss-Kahn hatte die Vorwürfe im Gespräch mit dem Autor seiner
Biografie zurückgewiesen und sie als "erfundene Geschichten" bezeichnet.
Die Staatsanwaltschaft entscheidet nach Abschluss der Vorermittlungen, ob
sie ein Verfahren einleitet. Falls es sich ihrer Ansicht nach um sexuelle
Belästigung handelt, wäre die mutmaßliche Straftat bereits verjährt. Im
Fall einer Verurteilung wegen versuchter Vergewaltigung droht Strauss-Kahn
hingegen eine Haftstrafe von 15 Jahren.
19 Jul 2011
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