# taz.de -- Keine Einigung bei US-Schuldenkrise: Time is Tickin' Away ...
       
       > Nun geraten die Republikaner unter Zugzwang: Verabschieden sie am Freitag
       > kein Gesetz, sind die Demokraten wieder am Ball. Eine Einigung zwischen
       > Moderaten und Tea-Party ist nicht absehbar.
       
 (IMG) Bild: Auch John Boehner bekommt seine Leute nicht hinter sich.
       
       Washington dapd | In den USA hat sich am Freitag weiterhin keine Lösung der
       Schuldenkrise abgezeichnet. Angesichts parteiinterner Ablehnung sagte die
       Führung der Republikaner im US-Repräsentantenhaus am Donnerstagabend eine
       geplante Abstimmung über einen Kompromissentwurf zur Anhebung der
       Schuldenobergrenze ab.
       
       Zuvor war eine stundenlange Debatte über die Pläne des republikanischen
       Präsidenten des Repräsentantenhauses, John Boehner, abrupt abgebrochen
       worden. Sein Entwurf sieht eine Anhebung der Schuldenobergrenze um eine
       Billion Dollar (700 Milliarden Euro) sowie Ausgabenkürzungen in Höhe von
       1,2 Billionen Dollar vor.
       
       Insbesondere Anhänger der konservativen Tea-Party-Bewegung stellen sich mit
       der Forderung nach stärkeren Kürzungen gegen solche Pläne, während andere
       republikanische Abgeordnete Bereitschaft zu einer Einigung mit den
       Demokraten signalisiert haben.
       
       Boehner hatte am Donnerstag bis zuletzt versucht, die Kritiker in den
       eigenen Reihen im persönlichen Gespräch auf Linie zu bringen. Aber auch auf
       Seiten der Demokraten war Beobachtern zufolge mit wenig Zustimmung zu
       rechnen, der Vorstoß droht in dem von ihnen kontrollierten Senat zu
       scheitern.
       
       ## Sticheleien aus dem Weißen Haus
       
       Mittlerweile sind die Republikaner unter gehörigen Druck geraten. Sollten
       sie auch am Freitag kein Gesetz verabschieden, kann der von den Demokraten
       dominierte Senat dies zuerst tun, was den Einfluss von Präsident Barack
       Obama erhöhen würde. Obama und die Demokraten im Senat könnten dann ein
       Gesetz nach ihren Präferenzen erarbeiten. Anschließend würde das
       Repräsentantenhaus bei einer Ablehnung des Gesetzes das Risiko tragen, dass
       das Land vor der Zahlungsunfähigkeit steht.
       
       Das Weiße Haus stichelte am späten Donnerstag angesichts des parteiinternen
       Streits bei den Republikanern: "Ein weiterer ungenutzter Tag, während die
       Uhr tickt. Jetzt ist die Zeit für einen Kompromiss, sodass wir dieses
       Problem lösen und das Defizit reduzieren können" twitterte der
       Kommunikationsdirektor von Präsident Obama, Dan Pfeiffer.
       
       Aufgrund der Entwicklung in Washington eröffneten die Börsen in Asien und
       Europa am Freitag mit fallenden Kursen. Sollten sich das Weiße Haus und der
       Kongress bis Dienstag nicht auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze von
       derzeit 14,3 Billionen Dollar einigen, sind die USA zahlungsunfähig.
       
       29 Jul 2011
       
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