# taz.de -- Kommentar Gleichstellungsbeauftragte: Mehr als eine Marotte
> Gleichstellungsbeauftragte vertreten nicht die Interessen einer schlecht
> gelaunten Minderheit sondern die einer reformbedürftigen Mehrheit.
(IMG) Bild: Rotes Licht für Gleichstellung in Schleswig-Holstein.
In Heide kürzt der Kreistag die Gleichstellungs-Stelle auf eine halbe, in
Steinburg streitet man darum, in Harrislee dagegen besetzt man sie
freiwillig. Die Wertschätzung für die Arbeit von
Gleichstellungsbeauftragten scheint von Ort zu Ort sehr unterschiedlich und
das verweist auf das zentrale Problem: Wo eine Mehrheit keine guten Gründe
für deren Arbeit sieht, sondern sie als Marotte des Gesetzgebers hinnimmt,
wird es sehr zufällig, wie die Stelle besetzt wird.
Da mag eine Gleichstellungsbeauftragte besonders gute Arbeit geleistet
haben, da mag an der Spitze der Verwaltung Interesse an
Geschlechtergerechtigkeit bestehen - wenn nicht, ist es ausgerechnet ihre
Stelle, die dem grundsätzlich lobenswerten Sparbemühungen der Kommunen zum
Opfer fällt.
Fehlt es den Gleichstellungsbeauftragten an der Unterstützung ihrer
Dienststellenleitungen, so werden sie rasch zum zahnlosen Tiger. Deshalb
wäre es notwendig, ihre Position zu stärken: etwa durch klarere
Rahmenvorgaben und Sanktionen, wenn diese nicht erfüllt werden.
Mindestens so wichtig und deutlich schwieriger zu bewerkstelligen, ist ein
allgemeines Bewusstsein dafür, dass Gleichstellungsbeauftragte nicht die
Interessen einer schlecht gelaunten Minderheit sondern einer
reformbedürftigen Mehrheit vertreten.
Denn Geschlechtergerechtigkeit bedeutet besseres Leben für Familien - und
zu irgendeiner gehören wir alle.
25 Aug 2011
## AUTOREN
(DIR) Friederike Gräff
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