# taz.de -- Kommentar Hochschulpolitik: Keine Prinzipien reiten
> Anfängerkapazitäten zu Gunsten von Master-Plätzen zu reduzieren ist
> kurzsichtig. Denn: Fehlt Abiturienten ein Studienplatz, suchen sie sich
> eine Lehrstelle. Es findet Verdrängung nach unten statt.
(IMG) Bild: Zumindest bei der Immatrikulationsfeier ist die Welt der Studierenden noch voller Hoffnung
Was sich so euphorisch Zukunftspakt nennt, scheint nur ein Papier zu sein,
das irgendwie die kommenden Jahre regelt. Es ist konsequent, dass der Senat
nach entsprechender Ankündigung die Studiengebühren abschafft und den Unis
den Ausfall ersetzt. Nur - feiern lässt er sich dafür inzwischen seit
Wochen.
Bewahrheiten sich die Gremienberichte, kommt für die Uni nichts oben drauf.
Schlimmer noch: Angedacht wird sogar, Anfängerkapazitäten zu Gunsten von
Master-Plätzen zu reduzieren. Das ist kurzsichtig.
Hamburg hat stark steigende Abiturientenzahlen. Anders als im Bund gehen
hier auch die Schülerzahlen nicht zurück. Jahr für Jahr verlassen tausende
Nicht-Abiturienten die Schulen und landen in Übergangssystemen. Fehlt aber
Abiturienten ein Studienplatz, suchen sie sich eine Lehrstelle. Es findet
Verdrängung nach unten statt.
Nichts gegen eine verantwortungsvolle Haushaltspolitik - nur sollte sie
nicht zu Prinzipienreiterei werden. Die aber wäre die Übertragung der
starren 0,88-Prozent-Wachstums-Regel auf die Hochschulen. Die beste
Vorsorge für die Zukunft ist die Qualifizierung der nächsten Generation.
Das beschränkt sich nicht auf Ausbildung. Wir brauchen kritische junge
Menschen, die in der Lage sind, die Probleme der Zukunft zu lösen.
20 Oct 2011
## AUTOREN
(DIR) Kaija Kutter
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als erwartet gibt es nicht mehr Geld. Mehr Masterplätze auf Kosten von
Anfängerplätzen.