# taz.de -- Atommülllager Asse: Aufklärung mit Hindernissen
> Der Asse-Untersuchungsausschuss bemängelt willkürlich zusammengestellte,
> fehlerhafte Akten. "Immer wenn es spannend wird", fehlen Seiten.
(IMG) Bild: 126.000 Fässer schwach- und mittelradioaktiver Müll lagern in dem einsturzgefährdeten Ex-Bergwerk Asse
HANNOVER taz | Erstmals haben die Mitglieder des
Asse-Untersuchungsausschusses im niedersächsischen Landtag Akten zum
Atommülllager Asse aus dem Bundeskanzleramt bekommen. Zufrieden sind sie
nicht.
Bislang weigerte sich das Kanzleramt grundsätzlich, Unterlagen an den
Ausschuss herauszugeben, der seit 2009 daran arbeitet, die Pannen rund um
die Asse aufzuklären. Ende Oktober trafen überraschend sechs vertrauliche
Dokumente ein - "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht", wie es hieß.
Besonders hilfreich scheinen die allerdings nicht. Sie seien "nachträglich
zusammengeheftet", sagt SPD-Ausschussmitglied Petra Emmerich-Kopatsch.
So folge das Jahr 2008 auf das Jahr 1978, Sätze würden nicht fortgeführt,
ganze Seiten fehlten - "immer wenn es spannend wird". Grünen-Fraktionschef
Stefan Wenzel vermutet, dass die Unterlagen "nur ein kleiner Teil des
Aktenstandes sind, der im Kanzleramt vorliegt".
Niedersachsen klagt derzeit vor dem Bundesverfassungsgericht auf die
Herausgabe aller relevanten Akten. "Um die "gesamte politische
Verantwortung aufzuklären, brauchen wir vollständige Informationen", sagt
Wenzel. 126.000 Fässer schwach- und mittelradioaktiver Müll lagern in dem
einsturzgefährdeten Ex-Bergwerk, in dem die Atommülllagerung erprobt wurde.
Täglich sickern rund 12.000 Liter Lauge in die Asse.
4 Nov 2011
## AUTOREN
(DIR) Teresa Havlicek
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Atomkraft
(DIR) Schwerpunkt Atomkraft
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