# taz.de -- Kommentar Erzieher-Ausbildung: Den Zugang erleichtern
       
       > Bisher entdeckten junge Männer im Zivildienst ihre soziale Ader. Der
       > fällt jetzt weg. Deshalb müssen neue Konzepte her und Hürden gesenkt
       > werden, um Erzieher zu gewinnen.
       
 (IMG) Bild: Erzieherschüler im Praktikum sind wichtige Bezugspersonen für Kinder. Aber sie bekommen kein Geld für ihre Arbeit.
       
       Mehr Männer in Kitas, das wäre für kleinen Jungen und Mädchen eindeutig ein
       Gewinn. Kinder brauchen beide Geschlechter als Rollenvorbilder. Das gilt
       ebenso für die Grundschule.
       
       Aber ist Erzieher wirklich ein Traumberuf? Die Streiks für höhere Gehälter
       sind noch nicht lange her. Die Bezahlung ist nicht üppig, schon gar in
       einer Großstadt mit hohen Lebenshaltungskosten. Das betrifft Männer und
       Frauen gleichermaßen. Mancher sieht den Ausweg in einer Akademisierung.
       Erzieher mit Hochschulabschluss müssten besser verdienen. Andererseits ist
       die Ausbildung schon heute recht aufwendig.
       
       Aber wäre hier nicht auch eine Chance für junge Männer, die sonst nicht so
       leicht eine Lehrstelle finden? Junge Migranten beispielweise. Der Beruf des
       Erziehers ist anspruchsvoll. Man muss nicht nur auf Kinder aufpassen,
       sondern sie auch fördern und bilden. Sicher ist auch eine gewisse
       Lebenserfahrung nötig.
       
       Aber warum lässt man nicht Realschüler direkt für die Erzieher-Ausbildung
       zu und integriert darin ein längeres Praktikum? Auch für Hauptschüler
       sollte es einen Zugang geben. Hier scheinen neue Konzepte nötig. Zumal ein
       Weg in dieses Berufsfeld künftig wegfällt.
       
       Denn den Zivildienst, in dem manch heutiger Erzieher seine soziale Ader
       entdeckte, gibt es nicht mehr.
       
       10 Nov 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kaija Kutter
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Erzieher
       
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