# taz.de -- Bundesbankchef kritisiert Schäuble: „Nicht gerade ambitioniert“
       
       > Der Präsident der Bundesbank, Jens Weidmann, hält die Haushaltsplanung
       > der Bundesregierung bis 2016 für fragwürdig. Die Neuverschuldung steigt
       > diesjährig auf 34,8 Millionen Euro.
       
 (IMG) Bild: Wenn er an die Haushaltspläne der Bundesregierung denkt, kommen ihm die Tränen: Bundesbankpräsident Weidmann.
       
       MÜNCHEN afp | Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die am Mittwoch
       beschlossene Haushaltsplanung der Bundesregierung für die Jahre bis 2016
       als unzulänglich kritisiert. Es sei „nicht gerade ambitioniert, dass das
       strukturelle Defizit des Bundes in diesem Jahr ansteigen soll, und dass der
       Bund seinen Haushalt erst 2016 ausgleichen möchte“, sagte Weidmann der
       Süddeutschen Zeitung.
       
       Bei der Etatkonsolidierung seien zuletzt zwar „beachtliche Erfolge erzielt“
       worden, sagte der Chef der Bundesbank. Es sollten aber nicht „die Fehler
       der Vergangenheit wiederholt werden. Hier wurde häufig die Chance verpasst,
       positive Überraschungen zum zügigeren Defizitabbau zu nutzen.“
       
       Das Kabinett hatte am Mittwoch den von Bundesfinanzminister Wolfgang
       Schäuble (CDU) vorgelegten Entwurf für einen Nachtragshaushalt 2012 sowie
       die Eckpunkte für den Etat 2013 und die mittelfristige Finanzplanung bis
       2016 beschlossen. Die Neuverschuldung des Bundes soll demnach in diesem
       Jahr auf 34,8 Milliarden Euro steigen.
       
       Im kommenden Jahr ist noch eine Neuverschuldung von 19,6 Milliarden Euro
       vorgesehen. In den folgenden Jahren soll die Nettokreditaufnahme dann
       schrittweise sinken. 2016 will Schäuble nach bisheriger Planung einen
       weitgehend ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Aus der schwarz-gelben
       Koalition waren Forderungen laut geworden, bereits 2014 auf neue Schulden
       zu verzichten.
       
       Auch die Grünen forderten die Bundesregierung zu einem härteren Sparkurs
       auf. „Allein in diesem Jahr könnte die Neuverschuldung zehn Milliarden Euro
       niedriger liegen“, sagte die haushaltspolitische Sprecherin der
       Grünen-Bundestagsfraktion, Priska Hinz, der Bild-Zeitung. Schäubles
       Haushaltspläne seien „vor dem Hintergrund der unsicheren
       Konjunkturentwicklung grob fahrlässig“. Von einem Sparkurs könne keine Rede
       sein.
       
       22 Mar 2012
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Jahresbilanz Bundesbankpräsident: Der flexible Rollenspieler
       
       Bundesbankpräsident Jens Weidmann präsentiert sich als Hüter der Stabilität
       und Antipode zu EZB-Chef Mario Draghi. In der Praxis trägt er die
       Eurorettung mit.
       
 (DIR) Kommentar Bundesbank: Propaganda für Anfänger
       
       Wenn die Bundesbank vor „Verlusten“ warnt, ist das nicht nur sachlich
       falsch, sondern auch nicht ihr Job. Wäre sie eine normale Sparkasse, wäre
       sie überflüssig.
       
 (DIR) Lücke im Bundeshaushalt: Bundesbank kriegt Eurokrise
       
       Der Überschuss der Bundesbank beträgt nur 643 Millionen, weil 4,1
       Milliarden in die Risikovorsorge im Fall von Staatspleiten fließt. Das
       reißt Lücken im Bundeshaushalt.
       
 (DIR) Euro-Finanzminister machen Druck: Drachmen am Horizont
       
       Die Eurozone will weitere Garantien aus Athen, sonst könnte es neue
       Finanzhilfen erst nach den Wahlen im April geben – zu spät. Der griechische
       Finanzminister ist entsetzt.
       
 (DIR) Debatte Finanzcasino: Das war kein Zufall
       
       Als England im 17. Jahrhundert klamm war, erfand es die Banknote und wurde
       zur Weltmacht. Die Geschichte einer großen Zentralbank.