# taz.de -- Wahl in Andalusien: Reformen schwächen Konservative
       
       > Bei der Regionalwahl in Andalusien gewinnen Sozialisten und Vereinigte
       > Linke. Die konservative Regierungspartei wird für ihren harten Sparkurs
       > abgestraft.
       
 (IMG) Bild: Die seit 30 Jahren im spanischen Süden regierende sozialistische PSOE kann weiter den regionalen Regierungschef stellen.
       
       MADIRD taz | Es gab enttäuschte Gesichter bei Spaniens konservativer
       Volkspartei (PP) von Regierungschef Mariano Rajoy. Nur vier Monate nach dem
       überwältigenden Sieg bei den spanischen Parlamentswahlen vom vergangenen
       November scheint die Beliebtheit der PP in der Wählergunst den Zenit
       überschritten zu haben.
       
       Obwohl die Umfragen den Konservativen für die Regionalwahlen in der größten
       autonomen Region Spaniens, Andalusien, bis zum Schluss die absolute
       Mehrheit voraussagten, entschied das Wahlvolk am Sonntag anders. Zwar wurde
       die PP mit 40,7 Prozent der Stimmen stärkste Partei, doch reicht dies nicht
       zum Regieren. Denn die PP holte nur 50 der 109 Sitze im Autonomieparlament.
       
       Die seit 30 Jahren im spanischen Süden regierende sozialistische PSOE kann
       weiter den regionalen Regierungschef stellen. Zwar mussten die im November
       bei den spanischen Parlamentswahlen unterlegenen Sozialisten auch am
       Sonntag wieder Verluste von knapp neun Prozent hinnehmen und kamen nur nur
       noch auf 39,5 Prozent der Stimmen, doch profitierte davon die
       postkommunistische Vereinigte Linke (IU).
       
       Sie liegt nun bei 11,3 Prozent und kann die Zahl ihrer Abgeordneten von
       sechs auf zwölf verdoppeln. Zusammen mit den 47 Sitzen der Sozialisten
       reicht dies für eine Koalitionsregierung links der Mitte. Die Sozialisten
       halten somit ihre letzte Hochburg.
       
       „Die Wende in Spanien ist nicht aufzuhalten“, erklärte die
       Generalsekretärin der PP, Dolores de Cospedal trotz enttäuschter
       Erwartungen. „Es gibt eine Regierung, die die Reformen macht, die Spanien
       braucht und sie hat die Mehrheit hinter sich.“ Es dürften genau diese
       Reformen sein, die dazu führten, dass viele Wähler in letzter Minute gegen
       die PP entschieden.
       
       In weniger als hundert Tagen hat Mariano Rajoy den Spaniern einen harten
       Sparkurs auferlegt. Der Arbeitsmarkt wurde reformiert, Entlassungen
       erleichtert. Die Arbeitslosigkeit, die mittlerweile bei 23 Prozent liegt –
       5,3 Millionen Menschen – wird bis zum Jahresende auf sechs Millionen
       steigen. Das gibt selbst die Regierung zu. Für Donnerstag rufen die
       Gewerkschaften zu einem Generalstreik auf.
       
       26 Mar 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Reiner Wandler
       
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