# taz.de -- Politische Beraterin verliert Doktorgrad: Weiteres Opfer im FDP-Titelrennen
       
       > Die philosophische Fakultät der Uni Bonn hat der FDP-Beraterin Margarita
       > Mathiopoulos den Doktortitel entzogen. Ihr werden vorsätzliche Täuschung
       > und Zitat-Verschleierung vorgeworfen.
       
 (IMG) Bild: Ihre Promotion stand bereits Ende der 80er Jahre in der Kritik: FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos.
       
       BONN dapd | Doktorschwund bei der FDP: Nach einer Reihe von
       Spitzenpolitikern muss auch die liberale Parteiberaterin Margarita
       Mathiopoulos ihren Doktortitel abgeben. In über 320 Stellen sei die
       Originalquelle systematisch nicht ordnungsgemäß zitiert worden, teilte die
       Philosophische Fakultät der Universität Bonn am Mittwoch mit.
       
       Es stehe fest, „dass es sich nicht um bloße Versehen, sondern um
       vorsätzliche Täuschungen über die wissenschaftliche Urheberschaft handelt“.
       Die Anwälte von Mathiopoulos sprachen von einem „unfairen und mit blinden
       Eifer geprägten Verfahren“ und kündigten eine Klage gegen den Beschluss an.
       Der 55-Jährigen sei ein faires Verfahren verweigert worden.
       
       Nach Ansicht der Fakultät wurden in der Dissertation in zahlreichen Fällen
       aus anderen Arbeiten entlehnte Passagen gefunden, die nicht als wörtliche
       Übernahmen gekennzeichnet waren. Teilweise seien längere Passagen anderer
       Quellen mit nur geringen Änderungen wörtlich abgeschrieben worden.
       
       An anderen Stellen sei die Übernahme fremder Texte zusätzlich durch eine
       „irreführende Zitierweise verschleiert“ worden. Der Fakultätsrat habe den
       vorherigen Beschluss des Promotionsausschusses einstimmig bestätigt, sagte
       der Dekan der Philosophischen Fakultät, Paul Geyer.
       
       ## Neue Überprüfung wegen „Vroniplag“
       
       Die Doktorarbeit von Mathiopoulos, die seit 2002 die FDP in
       außenpolitischen Fragen berät, war bereits Ende der 80er-Jahre in die
       Kritik geraten. Damals waren handwerkliche Mängel, jedoch keine
       Verfehlungen festgestellt worden. Aus heutiger Sicht sei die Entscheidung
       von 1991 objektiv rechtswidrig und habe deshalb aufgehoben werden können,
       erklärte die Fakultät am Mittwoch.
       
       Den Anstoß für die erneute Überprüfung hatten die Plagiatsfahnder von
       „VroniPlag“ im Juli gegeben. Die Dissertation „Amerika: das Experiment des
       Fortschritts. Ein Vergleich des politischen Denkens in Europa und in den
       USA“ war 1987 veröffentlicht worden.
       
       Zuletzt war den FDP-Europapolitikern Silvana Koch-Mehrin und Jorgo
       Chatzimarkakis sowie dem FDP-Bundestagsabgeordneten Bijan Djir-Sarai der
       Doktortitel entzogen worden. Mathiopoulos droht nun auch der Verlust ihrer
       beiden Honorarprofessuren. Nach einem Bericht des Spiegels hatten dies die
       Technische Universität Braunschweig und die Universität Potsdam
       angekündigt, falls die Doktorwürde offiziell aberkannt werde.
       
       ## Brandt-Rücktritt
       
       Die heutige FDP-Beraterin war 1987 in die Schlagzeilen geraten, weil der
       damalige SPD-Vorsitzende Willy Brandt die parteilose
       Politikwissenschaftlerin zur Parteisprecherin ernennen wollte. Nach
       Empörung in der Partei zog Mathiopoulos ihre Bewerbung zurück. Dennoch trat
       Brandt in Folge der Affäre als SPD-Chef zurück.
       
       Laut ihrer Internetseite arbeitet Mathiopoulos heute als Unternehmerin und
       Honorarprofessorin für US-Außenpolitik und Internationale
       Sicherheitspolitik. Sie war im Juli 2002 der FDP beigetreten und berät die
       Liberalen seitdem in außen- und sicherheitspolitischen Fragen. Seit Januar
       2005 ist sie zudem Vorsitzende des Transatlantischen Forums der Partei.
       
       19 Apr 2012
       
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