# taz.de -- Kommentar Einsparungen: Räume sind auch wichtig
       
       > Für die freie Zeit nach der Schule dagegen sind eigene Räume wichtig –
       > und Bezugspersonen, die einen anderen Blick haben, eine andere Rolle
       > einnehmen und Mut machen.
       
 (IMG) Bild: Nun werden die Kürzungen spürbar, vor rund einem Jahr wurde dagegen demonstriert.
       
       In Zeiten, in denen Ganztagsschulen ausgebaut werden, müssen auch offene
       Treffs für Kinder und Jugendliche ihre Angebote daran anpassen. Das ist
       klar. Aber es sollte nicht den Blick dafür verstellen, dass die Kinder- und
       Jugendarbeit eine andere Aufgabe hat als die Schule.
       
       In der Schule geht es für die Kinder um den weiteren Lebensweg. Dort gibt
       es Notendruck, Zensuren und Konflikte. Für die freie Zeit nach der Schule
       dagegen sind eigene Räume wichtig – und Bezugspersonen, die einen anderen
       Blick haben, eine andere Rolle einnehmen und Mut machen.
       
       Diese Räume werden bald ganz verschwunden sein, wenn sich die Politik von
       Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) durchsetzt. Der Sparkurs wird jetzt auf
       Druck der SPD-Basis ein klein wenig abgemildert. Am groben Kurs ändert sich
       aber nichts. Doch die Direktive, das alles in die Regelsysteme gepresst
       werden müsse, hat ihre Grenzen. Schule allein kann nicht der einzige
       Lebensort für Kinder sein.
       
       Mag sein, dass es im Einzelfall sinnvoll ist, einen Jugendklub aufzugeben
       und andere dafür zu stärken. Aber als generelle Linie ist diese Art der
       „Standortoptimierung“ gegenüber den Bedürfnissen von jungen Menschen
       ignorant – erst recht, wenn es um Mädchentreffs geht.
       
       Da besteht Diskussionsbedarf. Als Geheimsache kann die Politik dies nicht
       behandeln.
       
       28 May 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kaija Kutter
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Jugendhilfe
       
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