# taz.de -- Doku über die Opposition in Bahrain: Drama einfach ausgeblendet
       
       > Auch in Bahrain gibt es eine Opposition, die niedergeschlagen wird.
       > Während sich die Welt über Massaker in Syrien entsetzt, ist Bahrain raus
       > aus den Schlagzeilen.
       
 (IMG) Bild: Eine Demonstration wird niedergeschlagen, März 2012.
       
       „Bahrain ist eine Insel. Eine Insel zwischen Saudi-Arabien und dem Iran,
       von der niemand spricht“, eröffnet Stéphanie Lamorré ihre Reportage
       „Bahrain – Verbotene Bilder“. Die französische Journalistin bringt das
       Hauptproblem der schiitischen Oppositionsbewegung gegen die sunnitische
       Minderheitsregierung der Al-Khalifa-Familie gleich auf den Punkt.
       
       Während sich die Welt über Massaker in Syrien entsetzt, ist Bahrain
       weitgehend raus aus den Schlagzeilen: Der Golfstaat ist ein Verbündeter des
       Westens gegen den Iran, ausländische Journalisten können nicht frei
       berichten. Gibt es Folter durch das Regime? Das Auswärtige Amt stellte Ende
       April fest, es wisse von nichts.
       
       Lamorré, die als Touristin einreiste und verdeckt filmte, hat mehrere
       Frauen im Untergrund begleitet. Ihre Namen gliedern den Film in einzelne
       Kapitel – und lassen die Gewalt sehr konkret werden. „Jeden Tag verlieren
       wir jemanden. Einen Mann, ein Kind, ein Baby“, erzählt Zahra. Lamorré rennt
       mit ihr durch kaputte schiitische Viertel, die Polizei zielt mit Tränengas
       auf die DemonstrantInnen. „Sie schießen es direkt in die Öffnungen der
       Klimaanlagen, sodass die Menschen im ganzen Haus ersticken“, erzählt
       Fatima.
       
       Lamorrés Bilder von röchelnden Menschen sind brutal. Meist komme das Gift
       aus den USA oder aus Brasilien, sagt Fatima. „Aber in letzter Zeit haben
       wir festgestellt, dass die Etiketten entfernt wurden.“ – „Obama hält Reden
       über Freiheit und Demokratie“, sagt Zainab, deren Mann in irgendeinem
       Gefängnis verschwand. „Den Menschen in Bahrain sind seine Worte egal, wenn
       sie mit Tränengas ’made in Pennsylvania‘ beschossen werden.“
       
       Die Bilder dieser mutigen Reportage wirken noch lange nach und zeigen, wie
       viel es doch zu sagen gäbe zu Bahrain, dieser Insel, über die niemand so
       richtig spricht.
       
       „Bahrain – Verbotene Bilder“: arte 21.40 Uhr und 19.6. um 10.50 arte.
       
       12 Jun 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Klöpper
       
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