# taz.de -- Polizei erschießt psychisch kranken Mann: Drei Schüsse, einer tödlich
> In Niedersachsen hat ein Polizist einen psychisch Kranken erschossen, der
> einen Beamten mit einem Hammer angriff. Die Staatsanwaltschaft ermittelt
> wegen des Verdachts auf Totschlag.
(IMG) Bild: In Elsfleth werden Spuren gesichert.
ELSFLETH dpa | Ein Polizist hat in Niedersachsen einen psychisch kranken
51-Jährigen erschossen, der mit einem Hammer auf einen Kollegen des Beamten
losgegangen sein soll. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat nach Angaben
einer Sprecherin ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des
Totschlags gegen den Polizeibeamten eingeleitet.
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises Wesermarsch hatte die
Polizei um Unterstützung bei einer amtsärztlichen Überprüfung gebeten. Der
51-Jährigen, der wegen einer psychischen Erkrankung Medikamente einnehmen
musste, hatte diese nach Angaben von Angehörigen abgesetzt und war
aggressiv geworden. Ein Mitarbeiter des Landkreises, ein Arzt und zwei
Polizeibeamte gingen daraufhin am Mittwoch zu dem Mann, der mit seiner
Mutter in einem entlegenen Bauernhof wohnt.
Beim Öffnen der Tür sei der 51-Jährige nach ersten Erkenntnissen sofort mit
einem Zimmermannshammer auf die Polizei zugestürmt, teilte die
Staatsanwältin mit. Einem der Beamten habe er mehrfach mit dem Hammer auf
den Kopf geschlagen. Darauf hin gab der zweite Polizeibeamte drei Schüsse
ab – ein Schuss verletzte den 51-Jährigen tödlich. Der verletzte Beamte kam
in eine Klinik. Die Mutter des Angreifers war den Angaben zufolge nicht im
Haus.
Die Staatsanwaltschaft in Oldenburg ordnete eine Obduktion des Getöteten
an. Nach Rekonstruktion des Vorfalls werde die Staatsanwaltschaft
entscheiden können, ob der Polizist in Notwehr handelte. Die polizeilichen
Ermittlungen gegen ihn soll die Polizeidirektion Osnabrück übernehmen.
Immer wieder sterben Menschen durch Schüsse von Polizeibeamten im Dienst.
Im vergangenen Oktober hatte ein Polizist einen Randalierer im
Verwaltungsgebäude des Landkreises Cuxhaven erschossen. Die
Staatsanwaltschaft Stade bescheinigte ihm Anfang des Jahres, in Notwehr
gehandelt zu haben.
2 Aug 2012
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