# taz.de -- Migration: "Suboptimaler Start"
> Die neue Integrationsbeauftragte Monika Lüke will Fürsprecherin von
> EinwanderInnen sein. Differenzen mit der CDU erwartet sie dabei nicht.
(IMG) Bild: Wird boykottiert: Dilek Kolat
Es sei „ein schöner Tag für die Integrationssenatorin“, sagte selbige am
Dienstag bei der Vorstellung von Berlins neuer Integrationsbeauftragten.
Dazu hatte der Senat gerade Monika Lüke ernannt, die Wunschkandidatin von
Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD). Sie freue sich auf die Aufgabe,
habe aber auch „großen Respekt vor dem, was anstehe“, so Monika Lüke
selbst.
Die 43-Jährige wird ihr Amt Anfang November antreten. Bisher war die
Juristin Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, arbeitete
entwicklungspolitisch in Kenia und Kambodscha und als Beraterin für
Flüchtlings- und Migrationsfragen bei der evangelischen Kirche in Berlin
und Brüssel.
63 Bewerbungen hatte es auf die Stelle gegeben, die der frühere Amtsinhaber
Günter Piening im Februar mit der Begründung geräumt hatte, er sehe keine
Chance, seine Vorstellung von Integrationspolitik unter einer rot-schwarzen
Landesregierung fortzusetzen. Sie habe sich für Monika Lüke entschieden,
„weil ich fest überzeugt bin, dass sie eine gute Ansprechpartnerin sein
wird“, so Kolat.
Sie sehe sich als „Fürsprecherin“ und „Türöffnerin“ der EinwanderInnen,
sagte die künftige Integrationsbeauftragte. Probleme aufgrund der Großen
Koalition erwarte sie nicht. Lüke selbst ist langjähriges SPD-Mitglied. Die
Grundlage ihrer Arbeit sei das Landesgesetz für Partizipation und
Integration. Daran sei die Verwaltung gebunden, so Lüke – „auch die CDU“.
Sie wolle in den ersten Wochen ihrer neuen Tätigkeit vor allem „die
Verbände kennenlernen und zuhören.“ Berlin sei für sie in der
Integrationspolitik „mit Blick auf andere Bundesländer immer Vorreiter
gewesen“, etwa mit dem Partizipationsgesetz. Ihre künftige Aufgabe sehe sie
vor allem darin, dem Gesetz „weiter Leben einzuhauchen“. Als persönliche
Schwerpunkte nannte Lüke zudem das Thema ältere MigrantInnen und deren
Pflege sowie die Weiterentwicklung einer „Willkommenskultur“ für
Neuzuwanderer in Berlin.
Zu dem ihrer Ernennung vorausgegangenen Streit zwischen
Integrationssenatorin und den MigrantenvertreterInnen im
Landesintegrationsbeirat sagte Lüke, das sei „ein suboptimaler Start“
gewesen. Sie wolle den Kontakt zu den Beiratsmitgliedern bereits vor ihrem
offiziellen Dienstantritt suchen. 13 von 14 der in den Landesbeirat
gewählten MigrantInnen hatten Lükes Vorstellung in dem Gremium boykottiert,
weil Kolat den Namen ihrer Kandidatin zeitgleich bereits veröffentlicht
hatte. Die Anhörung des Beirats vor der offiziellen Ernennung der
Integrationsbeauftragten ist gesetzlich vorgeschrieben. AKW
12 Sep 2012
## AUTOREN
(DIR) Alke Wierth
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