# taz.de -- Entlastung für Barack Obama: Clinton war zuständig für Botschaft
       
       > Außenministerin Clinton übernimmt die Verantwortung für Sicherheitsmängel
       > in Bengasi. Die Zuständigkeit lag beim Außenministerium, stellt sie klar.
       
 (IMG) Bild: Hillary Clinton zu Besuch in Lima: Sie sei zuständig für die Sicherheit der Botschaften, sagt die Außenministerin.
       
       LIMA dapd | Entlastung für US-Präsident Barack Obama im Wahlkampf: Nach dem
       tödlichen Angriff auf das amerikanische Konsulat im libyschen Bengasi hat
       Außenministerin Hillary Clinton die Verantwortung für mögliche
       Sicherheitsmängel übernommen. Das Außenministerium, nicht das Weiße Haus,
       sei für die Sicherheit aller diplomatischen Vertretungen der USA in Übersee
       zuständig, sagte Clinton am Montag während eines Besuchs in Peru.
       
       „Ich übernehme die Verantwortung“, sagte Clinton dem US-Sender CNN. Sie –
       und nicht Obama – sei zuständig für die mehr als 60.000 Mitarbeiter des
       US-Außenministeriums an 275 Standorten in der ganzen Welt. Bei dem Angriff
       in Libyen vor gut einem Monat waren US-Botschafter Chris Stevens und drei
       weitere US-Bürger getötet worden.
       
       In den vergangenen Tagen hatten die oppositionellen Republikaner deswegen
       zunehmend die sicherheitspolitischen Kompetenzen Obamas infrage zu stellen
       versucht.
       
       Bei Anhörungen im Kongress war herausgekommen, dass das Außenministerium in
       Washington mehrere Anfragen zur Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen am
       Konsulat in Bengasi abgelehnt hatte.
       
       ## „Lobenswerte Geste“
       
       US-Vizepräsident Joe Biden erklärte in der vergangenen Woche in einer
       Fernsehdebatte mit dem republikanischen Vize-Kandidaten Paul Ryan, das
       Weiße Haus sei über die Anträge nicht informiert worden. Ein
       Regierungssprecher stellte daraufhin klar, dass derartige Informationen
       beim Außenministerium eingingen, nicht aber der Regierung im Weißen Haus
       vorgelegt würden.
       
       Drei prominente republikanische Senatoren bezeichneten die Aussage Clintons
       als „lobenswerte Geste“. Dennoch könnten sich Obama und seine engsten
       Mitarbeiter in der Sache nicht aus der Verantwortung ziehen.
       
       „Wenn der Präsident tatsächlich keine Kenntnis über die zunehmende
       Bedrohung in Bengasi hatte, dann haben wir jegliches Vertrauen in sein Team
       für die Nationale Sicherheit verloren, dessen Verantwortung es ist, den
       Präsidenten informiert zu halten“, hieß es in einer am Montag
       veröffentlichten Erklärung der Senatoren John McCain, Lindsey Graham und
       Kelly Ayotte.
       
       ## USA gehen von gezieltem Terrorangriff aus
       
       Der tödliche Angriff in Bengasi am 11. September schien zunächst aus einer
       spontanen Demonstration gegen einen in den USA produzierten islamfeinlichen
       Film heraus entstanden zu sein. Später erklärten die Sicherheitsbehörden
       der USA jedoch, es habe sich um einen gezielt geplanten Terrorangriff
       gehandelt.
       
       Der Vater des getöteten US-Botschafters hatte am Sonntag laut
       Medienberichten gesagt, die Hintergründe der Tat würden aus seiner Sicht in
       angemessener Weise ermittelt. Zugleich rief er dazu auf, den Tod seines
       Sohnes nicht zu einem Wahlkampfthema zu machen.
       
       Clinton forderte am Montag ebenfalls, die Tragödie von Bengasi müsse aus
       der Politik herausgehalten werden. „Ich weiß, dass wir kurz vor einer Wahl
       stehen“, sagte sie gegenüber CNN. Aber aus Erfahrung wisse sie, dass es für
       die Bürger am Besten sei, in solchen Situationen am gleichen Strang zu
       ziehen.
       
       16 Oct 2012
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Donald Trump
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Die 11 Swing States in den USA: Heiß umkämpft
       
       11 von 50 Bundesstaaten werden am Ende entscheiden, wer nächster Präsident
       der USA wird. Besonders wichtig sind Florida, Pennsylvania und Ohio.
       
 (DIR) Islamisten in Libyen: „Der Angriff war ein Weckruf“
       
       In Bengasi griffen radikale Islamisten das US-Konsulat an. Der Journalist
       Mohammed M. Abujanah spricht über die Folgen für die Gesellschaft.
       
 (DIR) Kommentar 2. TV-Duell: Obama ist wieder da
       
       Selbst Konservative müssen eingestehen: Diesmal war Obama besser. Wichtiger
       aber ist der Auftritt des Präsidenten für die eigenen Leute.
       
 (DIR) TV-Duell zur US-Präsidentschaft: Obama macht Boden gut
       
       Diesmal hat Obama gekämpft. Er machte klar, wofür seine Politik steht.
       Blitzumfragen sehen den Präsidenten als Gewinner des Duells.
       
 (DIR) 2. TV-Duell zur US-Präsidentschaft: Obama greift an, Romney patzt
       
       Ein kämpferischer Obama zeigt sich im zweiten TV-Duell gut vorbereitet.
       Außenpolitisch offenbart Herausforderer Romney seine Schwächen.
       
 (DIR) Die Debatte der Vize-Kandidaten: Demokratische Wundheilung
       
       In der Debatte der Vizepräsidentschaftskandidaten attackiert Joe Biden
       seinen republikanischen Herausforderer Paul Ryan hart. Vielleicht zu hart.
       
 (DIR) Angriff auf die US-Botschaft in Libyen: Der Nato-Draht reichte nicht
       
       Augenzeugen beschreiben, was am 11. September vor dem US-Konsulat in
       Bengasi geschah, als der Botschafter getötet wurde. Vor dem Angriff war er
       gewarnt worden.
       
 (DIR) TV-Duell Vizekandidaten der USA: Biden beißt zu
       
       Im Gegensatz zu Barack Obama hat dessen Vize Joe Biden seinen Konkurrenten
       Paul Ryan in einem TV-Duell hart angegriffen. Der Republikaner rede
       „Quatsch“, sagte Biden.
       
 (DIR) Kommentar Libyen: Hoffnung Bengasi
       
       Libyen befindet sich jetzt am Scheideweg. Um das Land voranzubringen müssen
       die politischen Gegner endlich einen Kompromiss finden.
       
 (DIR) US-Wahlkampf: Obama attackiert knallhart
       
       Obama bezichtigt Romney der Lüge. Der Republikaner täusche die Wähler.
       Romney hingegen nimmt seine umstrittene Äußerung über Obamas Wähler zurück.