# taz.de -- Kommentar Kulturpolitik: Hamburger Teufelskreis
       
       > Weil der freien Szene die Lobby fehlt, bekommt sie nicht das Stück vom
       > Kuchen, das sie bräuchte, um politisches Gewicht zu entwickeln.
       
 (IMG) Bild: Schnell zu übersehen: das Theater N.N. in Eimsbüttel.
       
       Es ist der alte Teufelskreis, in dem viele freie Kulturschaffende stecken:
       Weil ihnen die Sichtbarkeit fehlt, bekommen sie nicht die Förderung, die
       sie bräuchten, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Das passiert im kleinen
       Rahmen bei einer Bühne wie dem Theater N.N., das mit seiner Förderung die
       Miete, aber keine Werbung finanzieren kann. Und es passiert im großen
       Rahmen bei einer Debatte wie der um das Geld, das die Kultur und
       Tourismustaxe in Hamburgs Kassen spült: Weil der freien Szene die Lobby
       fehlt, bekommt sie nicht das Stück vom Kuchen, das sie bräuchte, um
       politisches Gewicht zu entwickeln.
       
       Aber hätten Hamburgs Freie überhaupt ein größeres Stück vom Kuchen
       verdient? Schwer zu sagen. Es wäre einen Versuch wert, die freie Szene
       einmal so auszustatten, dass sie aus ihrer Nische herauskommt. Als Barbara
       Kisseler als Kultursenatorin in Hamburg anfing, bestand berechtigte
       Hoffnung, dass es einen solchen Versuch geben könnte: Kisseler sprach sich
       offensiv für die Förderung der Freien aus. Und sie kam aus Berlin, also der
       Stadt, die berühmt ist für ihre freie Kulturszene.
       
       In Hamburg gibt es nun immerhin 500.000 Euro Finanzspritze aus dem
       Elbkulturfonds und oben drauf nochmal 100.000 für die freien Theater. Das
       ist ein Anfang. Dafür, den Teufelskreis zu durchbrechen, wird es aber nicht
       reichen.
       
       11 Feb 2013
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Klaus Irler
       
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