# taz.de -- Was sagt uns das?: Der Schneeballeffekt
       
       > Die Twitter-Gemeinde wünscht sich, dass Pegida bald Schnee von gestern
       > ist. Dafür hat sie das entsprechende Hashtag #schneegida erfunden.
       
 (IMG) Bild: „Ich habe nichts gegen Schnee, einige meiner besten Freunde sind Schneemänner."
       
       Deutschland versinkt im Schnee. Besorgte Bürger äußerten im sozialen
       Netzwerk Twitter unter dem Hashtag [1][#schneegida] gerade noch rechtzeitig
       ihre Angst vor einem plötzlichen Wintereinbruch.
       
       Wenn in Dresden jeden Montag [2][15.000 Menschen auf die Straßen gehen],
       darf man ja wohl mal auf die „Eislamisierung des Abendlandes“ aufmerksam
       machen. Findet zumindest die Twitter-Gemeinde. Schließlich hat es gerade
       erst geschneit wie aus Kübeln. Und das auch noch landesweit. Wo kommen wir
       denn da hin?
       
       „Ich habe nichts gegen Schnee in seinen Heimatländern“, schreibt ein
       Nutzer. „Aber die deutsche Leitkultur ist nun einmal Regen!“ Kurz gesagt:
       Schnee nervt. Er liegt faul auf der Straße herum, löst ein Verkehrschaos
       nach dem anderen aus und Steuern zahlt er auch nicht. „Und morgen müssen
       unsere Frauen dann Skimasken tragen, oder was?!“, echauffiert sich eine
       #schneegida-Teilnehmerin.
       
       Das soziale Netzwerk macht seinen Ressentiments gegen Schneeflocken Luft.
       Und versucht damit, den hasserfüllten Pegida-Forderungen den Boden zu
       entziehen. Es ist eine Möglichkeit, mit diesem Hass umzugehen, eine Art
       „comic relief“, die nicht nur einem Film- oder Literaturkontext eine
       bewusste Komik geben kann, ähnlich der von Timon und Pumbaa in „Der König
       der Löwen“ oder der Totengräberszene in Shakespeares „Hamlet“.
       
       Die Persiflage auf Pegida wird die rechte Bewegung nicht stoppen können,
       zieht diese aber ins Lächerliche, indem sie sie mit ihren eigenen Waffen
       bekämpft. Daher die Frage eines Nutzers: „Wieviel Schnee kommt denn da
       noch, bevor man beginnt, ihn (ab)zu schieben?“
       
       Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit den so genannten patriotischen
       Europäern umzugehen. Man kann selbstverständlich im realen Leben gegen sie
       demonstrieren. Oder aber im sozialen Netz unter #nopegida oder #schneegida
       die Demonstranten parodieren – doch auch da hat sich schon ein Weiterdreh
       etabliert: [3][#noschneegida].
       
       29 Dec 2014
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://twitter.com/hashtag/schneegida
 (DIR) [2] /Islamfeindliche-Pegida-Proteste/!151328/
 (DIR) [3] http://twitter.com/hashtag/noschneegida
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nora Pfützenreuter
       
       ## TAGS
       
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