# taz.de -- Diskussion um Impfpflicht: Grüne sind dagegen
       
       > Statt eine Zwangsimpfung einzuführen, solle besser aufgeklärt werden,
       > meinen die Grünen. Auch Kinderärzte reagieren skeptisch auf die Forderung
       > der Regierung.
       
 (IMG) Bild: Kreuzchen: eingetragene Injektion im Impfpass
       
       BERLIN afp | Die Grünen haben sich für eine bessere Aufklärung zum Thema
       Impfungen ausgesprochen, jedoch ihre Ablehnung einer Impfpflicht zum Schutz
       vor Masern bekräftigt. Ein Zwang bringe „Impfskeptiker“ nicht zum Umdenken,
       sagte die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Katja Dörner der
       Zeitung Die Welt vom Montag. Stattdessen warb sie für eine Pflicht für
       Eltern, „bei der Anmeldung zur Kita einen Nachweis zu erbringen, dass sie
       zum Thema Impfung beraten wurden“.
       
       Die Impfentscheidung sei „keine reine Privatsache mehr“, sobald Eltern ihre
       Kinder in öffentliche Einrichtungen mit anderen Kindern gäben, gestand
       Dörner ein. Ein Zwang zur Impfung gehe aber zu weit.
       
       Die Regierungskoalition hatte zuvor als Reaktion auf den Ausbruch der
       Masern in Berlin eine Impfpflicht ins Gespräch gebracht. So sagte der
       CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn der Zeitung Welt am Sonntag: „Wenn wir
       es nicht schaffen, mit verstärkter Aufklärung und Beratung die Impfraten
       bald zu steigern, sollten wir über eine Impfpflicht in Kindergärten und
       Schulen nachdenken.“ Die Forderung wird auch vom Koalitionspartner SPD
       erhoben. Die Grünen-Politikerin Kordula Schulz-Asche kritisierte in der
       Saarbrücker Zeitung vom Montag aber bereits, dass dies „nicht die richtige
       Antwort“ sei.
       
       Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram
       Hartmann, zeigte sich im Gespräch mit der Welt nun ebenfalls skeptisch.
       Eine generelle Impfpflicht werde sich wegen der „Widerstände in der
       Bevölkerung nicht durchsetzen lassen“, sagte er. „Wir fordern aber, dass
       alle Kinder beim Start in eine überwiegend staatlich finanzierte Kita oder
       Schule einen Impfnachweis vorweisen müssen.“ Könnten die Eltern keine
       Bescheinigung für eine Masernimpfung vorlegen, müssten sie ihren Nachwuchs
       in eine private Einrichtung geben, fügte er hinzu.
       
       In Berlin wurden Berichten zufolge in diesem Jahr bereits 447 Masernfälle
       gemeldet. Das waren mehr Fälle als bundesweit im gesamten vergangenen Jahr.
       
       23 Feb 2015
       
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