# taz.de -- Ermittlungen wegen Terroranschlag: Argentiniens Präsidentin unter Druck
       
       > Gegen Cristina Fernández de Kirchner wird weiter ermittelt. Ein
       > Staatsanwalt geht in Berufung wegen Strafvereitelung. Der Tod seines
       > Vorgängers ist noch immer unaufgeklärt.
       
 (IMG) Bild: Cristina Fernández de Kirchner steht unter Verdacht Terror-Ermittlungen behindert zu haben.
       
       BUENOS AIRES dpa | Argentiniens Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner
       droht weiter ein Prozess im Zusammenhang mit einem Terroranschlag. Ein
       Staatsanwalt hat am Mittwoch Berufung gegen die Abweisung seiner Klage
       gegen Kirchner eingelegt.
       
       Die Präsidentin könnte nach Ansicht des Staatsanwalts Gerardo Pollicitas
       versucht haben, die Strafermittlung gegen iranische Verdächtige zu
       vereiteln, die als Drahtzieher des Anschlags gegen das jüdische
       Gemeindehaus Amia 1994 in Buenos Aires vermutet werden.
       
       Der zuständige Richter Daniel Rafecas hatte die Klage Pollicitas in erster
       Instanz vor einer Woche als „anhaltslos“ abgewiesen. Der Richter habe
       voreilig befunden, es habe überhaupt kein Verbrechen gegeben, ohne die
       notwendigen Ermittlungen anzuordnen, argumentierte Pollicitas nun in seinem
       Antrag vor dem Berufungsgericht.
       
       Die Anklage gegen Kirchner war erstmals im Januar vom Sonderstaatsanwalt im
       Fall Amia, Alberto Nisman, vorgetragen worden. Er wurde wenige Tage später
       in seiner Wohnung mit einem Kopfschuss tot aufgefunden. Die Justiz
       ermittelt, ob er Selbstmord beging oder ermordet wurde.
       
       Argentinien und Iran hatten 2013 ein Memorandum unterzeichnet, nach dem
       eine gemeinsame Wahrheitskommission die Untersuchung des Attentats
       unterstützen sollte. Nisman hatte anhand von abgehörten Telefongesprächen
       befunden, dass das Memorandum das Ziel verfolgte, die Fahndung via Interpol
       nach den verdächtigten Iranern einzustellen. Das Memorandum trat nie in
       Kraft, weil das iranische Parlament es nicht ratifizierte.
       
       5 Mar 2015
       
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