# taz.de -- Wasserwerfer-Einsatz Stuttgart 21: Ex-Polizeichef soll 15.600 Euro zahlen
       
       > Siegfrid Stumpf leitete den Einsatz gegen Stuttgart-21-Demonstranten. Ein
       > Gericht sagt: Er hätte Schlimmeres verhindern können. Daher soll er eine
       > Geldstrafe zahlen.
       
 (IMG) Bild: Einsatz der Polizei am 30. September 2010 in Stuttgart.
       
       STUTTGART dpa | Gut vier Jahre nach dem überharten Wasserwerfer-Einsatz
       gegen Stuttgart-21-Demonstranten hat Ex-Polizeichef Siegfried Stumpf einen
       Strafbefehl über 15.600 Euro erhalten. Nach Ansicht des Amtsgerichts hätte
       Stumpf mit einer Anweisung das rüde Vorgehen Ende September 2010 gegen
       Protestierende im Stuttgarter Schlossgarten beenden und womöglich schwere
       Verletzungen verhindern können.
       
       Wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt in vier Fällen müsse Stumpf eine
       Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 130 Euro zahlen, sagte eine Sprecherin des
       Amtsgerichts der Deutschen Presse-Agentur.
       
       Nimmt Stumpf den Strafbefehl an, ist er vorbestraft. Er kann binnen zwei
       Wochen Einspruch einlegen.
       
       Frank Ulrich Mann, Rechtsanwalt eines damals erblindeten Demonstranten,
       sprach von einem „wahren Schnäppchen“ für Stumpf. Die Höhe des Strafbefehls
       sei milde - zumal das Landgericht jüngst die Hauptverantwortung beim
       damaligen Einsatzleiter gesehen hatte.
       
       Als Polizeichef leitete Stumpf den Einsatz zur Räumung des Schlossgartens
       für Baumrodungen auf dem Baufeld des umstrittenen Milliardenprojekts
       Stuttgart 21. Mehrere Demonstranten wurden schwer an den Augen verletzt.
       Das Innenministerium berichtete von 160 Verletzten.
       
       9 Mar 2015
       
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