# taz.de -- Adler Mannheim holen Titel: Die Comeback-Meister
       
       > Acht Jahre mussten sie warten. Doch nach dem Titelgewinn gegen Ingolstadt
       > träumen die Mannheimer Adler schon wieder von einer großen Ära.
       
 (IMG) Bild: Mannheims Marcus Kink mit dem XXL-Sektkelch.
       
       MANNHEIM taz | Wenn man Augenzeugen aus dem Lager der Adler Mannheim
       glauben darf, empfingen am Donnerstagmorgen um 3.10 Uhr rund 1.500
       Eishockeyfans ihre Helden an der Mannheimer Arena. Acht Jahre mussten die
       Fans auf den siebten Titel der Vereinsgeschichte warten. Da feiert man auch
       nachts um drei.
       
       Am Mittwochabend hatten die Adler 3:1 (0:0, 1:1, 2:0) beim ERC Ingolstadt
       den entscheidenden vierten Sieg der Best-of-Seven-Finalserie errungen,
       11.000 Fans in der heimischen Arena den Triumph in der Fremde beim Public
       Viewing gefeiert. Wenn der Titel „Comeback-Meister“ auf eine Mannschaft
       zutrifft, dann auf dieses Team 2015.
       
       Souverän dominierten diese die Hauptrunde, und in den Playoffs wurden sie
       nach Rückschlägen einfach immer nur besser. Als wollten sie einen Witz
       machen, lagen die Adler im Halbfinale drei Mal gegen Wolfsburg mit 0:3
       zurück – und gewannen immer dennoch. Und als sie im dritten Spiel des
       Finales von Ingolstadt mit 1:6 aus der eigenen Halle geprügelt wurden,
       schien nicht nur der Heimvorteil verloren.
       
       Doch danach folgten nur noch Siege. „Dass wir dreimal einen 0:3-Rückstand
       drehen konnten, hat uns sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Deswegen wussten
       wir auch nach der 1:6-Klatsche in Spiel drei gegen Ingolstadt: Wir kommen
       da wieder raus“, sagt Jochen Hecht, der zum besten Spieler der Playoffs
       gewählt wurde.
       
       ## Autorität des Stanley-Cup-Siegers
       
       Wie die Adler in den letzten beiden Jahren jeweils schon im Viertelfinale
       der Playoffs ausgeschieden waren, enttäuschte Fans und Vereinsführung tief.
       Mit dem 2014 verpflichteten Trainer Geoff Ward gelang den Badenern ein
       Glücksgriff. Er ist ein moderner Head Coach, der mit zwei Assistenten sowie
       der Auszeichnung nach Mannheim kam, als Assistenztrainer der Boston Bruins
       2011 den Stanley-Cup gewonnen zu haben, den wichtigsten Eishockeywettbewerb
       der Welt. Das verlieh dem Kanadier sofort Autorität in der Kabine.
       
       Und mit seinem im Vergleich zu früheren Coaches offensiveren Ansatz
       überzeugte er die Profis schnell. „Man merkt, dass diese Jungs einen
       anderen Background haben als ihre Vorgänger. Früher haben wir uns bei
       Videoanalysen zum Gegner den Hintern abgesessen, Geoff und sein Team
       bringen alles auf den Punkt“, erzählt Flügelstürmer Ronny Arendt.
       
       Es sei zwar nicht alles katastrophal gewesen in den letzten Jahren, betont
       Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp, Sohn des SAP-Mitgründers Dietmar Hopp,
       aber nicht nur die Wahl des Trainerteams zeige den Neuanfang. „Wir haben
       die Kabine umgebaut, die Raumaufteilung im Kabinentrakt geändert, um auch
       den langjährigen Spielern zu zeigen, dass wir die Vergangenheit hinter uns
       lassen wollen.“
       
       In Mannheim träumen viele nun vom Beginn einer neuen Ära. Trainer Ward
       besitzt einen Dreijahresvertrag und wird für die Weltmeisterschaft im Mai
       in Prag das Trainerteam von Pat Cortina als Assistent verstärken. Er sagt
       aber auch: „In einem Monat beginnen wir in Mannheim das Projekt
       Titelverteidigung.“
       
       23 Apr 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Tobias Schächter
       
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