# taz.de -- US-Antiterrorkrieg: IS-Geiseln bei Drohnenangriff getötet
       
       > Im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet wurden amerikanische und
       > italienische Geiseln getötet. Obama übernimmt die „volle Verantwortung“.
       
 (IMG) Bild: Protest gegen Obama-Besuch in Berlin 2013: „I have a drone“.
       
       WASHINGTON ap | Bei zwei US-Drohnenangriffen auf al-Qaida-Ziele im
       afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet sind zwei Geiseln und zwei
       amerikanische Kämpfer des Terrornetzwerks getötet worden. Wie das Weiße
       Haus am Donnerstag mitteilte, waren unter den Opfern der seit 2011 von
       al-Qaida gefangen gehaltene Amerikaner Warren Weinstein und der 2012
       verschleppte Italiener Giovanni Lo Porto.
       
       US-Präsident Barack Obama sprach den Familien der Geiseln sein Beileid aus.
       Er übernehme die „volle Verantwortung“ für die Einsätze, erklärte Obama. Er
       betonte, dass beide Drohnenangriffe in voller Übereinstimmung mit den
       Richtlinien für Antiterroreinsätze in der Region erfolgt seien. Es sei
       nicht bekannt gewesen, dass sich die Geiseln in dem als Ziel ausgewählten
       Anwesen befunden hätten.
       
       „Auf Grundlage des uns damals vorliegenden Geheimdienstmaterials, darunter
       Hunderte von Stunden an Überwachung, glaubten wird, dass dies ein
       al-Qaida-Gelände war, dass keine Zivilisten anwesend waren und dass die
       Gefangennahme dieser Terroristen nicht möglich war“, sagte Obama. „Und wir
       glauben, dass die Operation gefährliche Mitglieder von al-Qaida eliminiert
       hat.“
       
       Obama sagte, der Einsatz habe im Januar stattgefunden. Dabei sei vermutlich
       auch ein US-Bürger getötet worden, der sich al-Qaida angeschlossen hatte,
       hieß es weiter. Der Name des Mannes wurde mit Ahmed Farouq angegeben, der
       ein al-Qaida-Führer gewesen sei. Der Drohnenangriff habe einem von al-Qaida
       genutzten Gelände gegolten. Vorab habe es keinen Hinweise gegeben, dass die
       Geiseln dort festgehalten worden seien. Auch Farouq sei nicht das erklärtes
       Ziel des Angriffs gewesen.
       
       Dies gelte auch für ein beim zweiten Drohnenangriff getöteten mutmaßlich
       amerikanischen al-Qaida-Mitglied, Adam Gadhan. Auch dieser Angriff habe im
       Januar stattgefunden.
       
       Die USA greifen immer wieder mit ihren unbemannten Flugzeugen mutmaßliche
       Extremisten in dem Grenzgebiet an. Es gilt als Rückzugsgebiet radikaler
       Islamisten nicht nur der al-Qaida, sondern auch der Taliban. [1][Die
       Drohnenangriffe sorgen regelmäßig für Spannungen mit Pakistan], weil auch
       [2][immer wieder ZivilistInnen ums Leben kommen].
       
       23 Apr 2015
       
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