# taz.de -- Usama Al Shahmani: Von der Heimat im Exil
       
       > Usama Al Shahmani über seinen Roman „Im Fallen lernt die Feder fliegen“,
       > moderiert von Jan Feddersen.
       
       Als [1][Flüchtling] kam Usama Al Shahmani 2002 vom [2][Irak] in die
       [3][Schweiz]. Ein regimekritisches Theaterstück wurde ihm zum Verhängnis.
       Heute schreibt er auf Deutsch. Sein neuer Roman „Im Fallen lernt die Feder
       fliegen“ erzählt von der irakisch-stämmigen Aida, die ihre Herkunft
       verleugnet, was wiederholt zu Streit mit ihrem Freund führt. In ihrer Not
       beginnt sie aufzuschreiben, was sie nicht sagen kann. 
       
       Geboren in einem iranischen Flüchtlingslager, kam sie mit ihren Eltern und
       der älteren Schwester in die Schweiz. Die Mädchen gehen zur Schule, ihre
       Eltern kommen jedoch mit dem westlichen Alltag nicht zurecht und verklären
       mehr und mehr ihre Heimat. Der Vater, ein konservativer Theologe,
       beschließt, mit der ganzen Familie in den Irak zurückzukehren. Was für die
       Eltern die Heimat ist, die sie einst verlassen haben, ist für die beiden
       Schwestern ein fremdes Land. Als die Ältere verheiratet werden soll,
       fliehen sie erneut und gelangen als unbegleitete Minderjährige in die
       Schweiz. Aber auch sie lässt die Vergangenheit nicht los. 
       
       Usama Al Shahmani gelingt es, vielschichtig von der großen inneren
       Anstrengung von Flüchtlingen bei ihren Integrationsbemühungen zu erzählen
       und dabei immer ein Fenster zur Hoffnung offenzulassen. Und letztlich
       überwindet er selbst die Mühsal des Exils durch das Verschmelzen der
       arabischen mit der westlichen Kultur im Erzählen. Die Lesung wird moderiert
       von taz-Redakteur [4][Jan Feddersen]. 
       
       [5][Usama Al Shahmani], geboren 1971 in Bagdad und aufgewachsen in Qalat
       Sukar (Nasiriya), hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur
       studiert. Er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er
       2002 wegen eines Theaterstücks fliehen musste und in die Schweiz kam. Er
       arbeitet heute als Dolmetscher und Kulturvermittler und übersetzt ins
       Arabische, u. a. „Fräulein Stark“ von Thomas Hürlimann, „Der Islam“ von
       Peter Heine und „Über die Religion“ von Friedrich Schleiermacher. Sein
       erster Roman „In der Fremde sprechen die Bäume arabisch“ wurde mehrfach
       ausgezeichnet und war u. a. für das „Lieblingsbuch des Deutschschweizer
       Buchhandels“ nominiert. Usama Al Shahmani lebt mit seiner Familie in
       Frauenfeld. 
       
       Ein taz Talk des Limmat Verlags, der auch das [6][Buch] verlegt hat. 
       
       Anregungen und Fragen nehmen wir mit Freuden entgegen über
       [7][taztalk@taz.de].
       
       25 Nov 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Fluechtling/!t5008660/
 (DIR) [2] /Irak/!t5009908/
 (DIR) [3] /Schweiz/!t5596389/
 (DIR) [4] /Jan-Feddersen/!a76/
 (DIR) [5] http://www.limmatverlag.ch/autoren/autor/1367-usama-al-shahmani.html
 (DIR) [6] http://www.limmatverlag.ch/programm/titel/884-im-fallen-lernt-die-feder-fliegen.html
 (DIR) [7] /taztalk@taz.de
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA