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 (DIR) Post #B2k26cQNrVmnkp49gW by Johanna_Rathkamp@mastodon.de
       2026-01-28T10:47:29Z
       
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       Toxische Maskulinität: Was wir weitergeben, wenn wir nichts hinterfragenToxische Maskulinität ist kein Schlagwort, das Männer angreift. Sie beschreibt ein System von Erwartungen, das ihnen von klein auf auferlegt wird.„Männer weinen nicht“, „sei stark“, „zeig keine Schwäche“, „ein Mann muss sich durchsetzen“. Diese Sätze klingen harmlos, fast banal – und doch prägen sie Generationen. Erziehung ist nie nur individuell, sie ist immer auch Weitergabe. Wenn ein Junge lernt, dass Gefühle Schwäche sind und Nähe eine Schwachstelle, dann trägt er diese Vorstellung nicht nur in sein eigenes Leben, sondern auch in die nächste Generation. Der Vater, der nie gelernt hat, über Emotionen zu sprechen, erzieht oft einen Sohn, der ebenfalls keinen Zugang zu seinen Gefühlen findet. Und dieser Sohn wird später wiederum Vater – oder Partner – in einem System, das emotionale Distanz als Normalität betrachtet.So entsteht ein Kreislauf. Toxische Maskulinität reproduziert sich nicht weil sie „natürlich“ ist, sondern weil sie nie bewusst unterbrochen wird. Besonders sichtbar wird das heute in dem was oft als „Male Loneliness Epidemic“ bezeichnet wird. Viele Männer erleben Einsamkeit, fehlende emotionale Nähe und soziale Isolation. Doch anstatt zu fragen, warum Männer kaum gelernt haben Beziehungen emotional zu pflegen, wird die Verantwortung häufig externalisiert – auf Frauen. Frauen seien zu anspruchsvoll geworden, zu unabhängig, zu wählerisch. Dabei ist die Realität eine andere: Frauen sind nicht mehr gezwungen Beziehungen einzugehen, um zu überleben. Sie brauchen keinen Mann mehr als wirtschaftliche oder gesellschaftliche Absicherung. Das Problem ist nicht, dass Männer nun „etwas bieten müssen“. Das Problem ist, dass vielen nie beigebracht wurde, was sie jenseits von Stärke, Dominanz und Kontrolle überhaupt anbieten können: emotionale Präsenz, Kommunikation, Verletzlichkeit.Die Auswirkungen dieser Dynamik treffen nicht nur Männer selbst, sondern auch Frauen. Frauen übernehmen in Beziehungen oft die emotionale Arbeit, gleichen Defizite aus, erklären, trösten, organisieren. Gleichzeitig erleben sie Gewalt, Abwertung oder emotionale Kälte als direkte Folge des Männlichkeitsbildes, das Nähe nie vorgesehen hat. Toxische Maskulinität ist damit kein individuelles Versagen, sondern ein gesellschaftliches. Sie zeigt, wie sehr wir Erziehung nutzen, um Rollen zu konservieren – und wie hoch der Preis dafür ist. Solange wir Jungen beibringen, was sie nicht sein dürfen, statt ihnen zu zeigen, wer sie sein können, wird sich dieser Kreislauf weitervererben. An Söhne. An Töchter. Und an eine Gesellschaft, die sich dann wundert, warum Nähe so schwerfällt.
       
 (DIR) Post #B2k3M3KMDidTUQAdKy by Jain@blob.cat
       2026-01-28T11:11:31.024041Z
       
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       @Johanna_Rathkamp Was Toxische Maskulinität betrifft stimme ich dir in allen Punkten zu, bei "Male Loneliness Epidemic" hingegen nicht so ganz.Ich habe nicht nachgeforscht, ich erkläre mir letzteres aber anders: Während Toxische Maskulinität sicher auch ein Faktor für die Gesamte Situation und für fehlende emotionale Präsenz, Kommunikation, Verletzlichkeit ist, so behaupte ich jetzt einfach mal, das externe Einflüsse (wohlgemerkt nicht sexistischer Art) wie Soziale Medien und gesellschaftliche Begebenheiten sowie gesellschaftlicher Druck einen grösseren Einfluss haben. Sei es Corona, sei es der Leistungsdruck (welcher wohlgemerkt auf allen liegt), sei es Soziale Netzwerke welche den Status vergleich zwischen Menschen unabhängig des Geschlechts sowie deren interaktion nachhaltig verschlechtert.
       
 (DIR) Post #B2k8OeJ4CeSEWpclaC by Jain@blob.cat
       2026-01-28T12:07:58.662695Z
       
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       @mia @Johanna_Rathkamp hmm... Kann ich nachvollziehen. Wobei ich bei ich bei deiner Situation ergänzen möchte, dass dies aus meiner Sicht eine ideale Voraussetzung ist, die so entstandenen Probleme der Jugendlichen teilsweise mit dem Internet kompensiert werden. Generell sehe ich die Situation als so komplex an, das mehrere Faktoren individuell solche Gesellschaftsprobleme als Resultat haben können.