Post AYK67SUfBdwt4PuOAa by kleinjulika@ruhr.social
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(DIR) Post #AYK67JBXnMJ8CVtUcS by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-01T21:20:36Z
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1) Ich hatte heute eine kurze Diskussion mit einem Kollegen, in der ich meine Abneigung gegenüber dem Label #hochsensibel ausgedrückt habe, aber nicht recht benennen konnte was genau mich eigentlich wirklich stört. Aus meiner Sicht ist #hochsensibel ein ableistischer Ausdruck für die Autismus-Spektrums-Störung #ASS #Hochsensibilität umfasst per versch. Definitionen (Quellen teils sicher in ihrer Validität zu hinterfragen) eine stärkere Ausprägung des Persönlichkeitsmerkmals Sensitivität & damit
(DIR) Post #AYK67KwjFPe3f8ygnw by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-01T21:21:22Z
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2) verbunden eine größere Reizoffenheit gegenüber positiven wie negativen Reizen (Geräusche, Körperempfindungen, Gefühle und Stimmungen anderer etc.). Da liegt glaube ich auch irgendwie der Schlüssel. Die von HSP erfassten Symptome werden m. E. von der #ASS abgedeckt, aber in allen Definitionen steht auch das hochsensible Menschen oft besonders empathisch seien und für Autist*innen hält sich beständig der Glaube das sie genau das nicht sind.
(DIR) Post #AYK67MrU7sdfbSXWuO by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-01T21:22:04Z
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3) Nicht jede Empfindsamkeit ist zwingend pathologisch oder mit Leidensdruck verbunden und zu einer ASS-Diagnose gehören selbstverständlich mehr Aspekte als nur sensory processing. Die Verarbeitung von Sinneseindrücken ist aber ein wichtiger Aspekt von ASS und ein Aspekt aus dem viel Leidensdruck entstehen kann. Wenn nun Leute sich selbst das Label #hochsensibel geben bzw. sich darauf testen, kann man m. E. davon aus gehen, dass es Leidensdruck gibt.
(DIR) Post #AYK67Oo0tl3BdGvmm8 by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-01T21:22:34Z
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4) Wozu das Label, wenn jemand zum Beispiel nur in einem Bereich etwas empfindlicher ist? Jemand der unter großer Reizoffenheit leidet, sich selbst aber als empathisch empfindet sucht also nach einer Erklärung für seinen Leidensdruck und findet die #Hochsensibilität - prima, alle Symptome die mich stören abgedeckt und Empathie ist auch kein Problem.Im besten Fall hilft das Label der Person zu besserer Selbsthilfe im Umgang mit ihrer Reizoffenheit.
(DIR) Post #AYK67Qck8dDvGtfoUC by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-01T21:23:02Z
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5) Im schlimmsten Fall entgeht der Person eine möglicherweise "notwendige" ASS-Diagnose und damit wertvolle Hilfen, Therapien und Nachteilsausgleiche, aber auch Wissen und Verständnis für sich selbst und andere Symptome die damit möglicherweise einhergehen.Aber warum bin ich der Ansicht, dass es sich bei Hochsensibilität um ein behindertenfeindliches Label handelt? Es ist eine Abgrenzung zur #ASS obwohl alle Symptome durch sie abgedeckt sind.
(DIR) Post #AYK67SUfBdwt4PuOAa by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-01T21:23:23Z
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6) Autismus gilt als tiefgreifende Entwicklungsstörung - macht man sich selbst auf die Suche nach Erklärungen für sein Leid oder den Leidensdruck des eigenen Kindes, ist das eine der letzten Sachen die man lesen möchte. Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, Autist*innen hingegen sind behindert. Gerade als selbst spät Diagnostizierte verstehe ich sogar sehr gut, warum es unangenehm sein kann sich mit einer möglichen #ASS Diagnose und Diagnostik zu befassen.
(DIR) Post #AYK67UMaEefqrw8xqy by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-01T21:23:45Z
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7) Ich halte das Label Hochsensibel auch deshalb für schädlich weil es sich, so wie ich das wahrnehme, vor allem Frauen selbst zuschreiben, die es eh schon schwer haben ihre ASS-Diagnose zu erhalten und oft erst mit über 30 diagnostiziert werden. Das Wissen über die eigene, richtige Diagnose ist in teilen schmerzhaft, aber auch sehr bereichernd. Entgegen der weitläufigen Meinung können Autist*innen sehr wohl empathisch sein und haben oft auch das Problem auch
(DIR) Post #AYK67WHL77fSoFhnxQ by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-01T21:24:00Z
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8) an dieser Stelle viel zu reizoffen zu sein. Jede*r Autist*in ist anders und bei jedem ist auch das Fähigkeitsprofil sehr individuell. Es braucht das Label #Hochsensibilität meiner Meinung nach nicht. Handelt es sich um Sensitivität in einem Bereich ohne Leidensdruck, muss ich es nicht explizit benennen; ist es weitreichend und mit Leid verbunden gibt es bereits ein gutes Label: #Autismusspektrumstörung
(DIR) Post #AYK67Y5iNJYcQmHY7E by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-01T21:26:25Z
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9) PS: Das war eine gute Diskussion und ich freue mich über den Gedankenfluss den sie ausgelöst hat. Das war in großen Teilen hier ein opinion piece, es gibt bestimmt kluge Menschen die sich auch schon wissenschaftlich Gedanken dazu gemacht haben - das bin nur nicht ich und zum zusammentragen bin ich auch zu müde. Aber die Gedanken mussten einmal raus, also seht's mir bitte nach. 🫣
(DIR) Post #AYK7Ak907Ps6dSuFPM by Wortmensch@troet.cafe
2023-08-02T11:10:12Z
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@kleinjulika Prima Thread, danke, daß Du Deine persönlichen Erfahrungen und Einsichten teilst.Frage: Unterscheidest Du bei ASS zwischen kognitiver und emotionaler Empathie? Wäre das in dem Zusammenhang überhaupt möglich, angemessen, hilfreich?
(DIR) Post #AYK7AkfcA9xYGcAIF6 by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-02T11:34:18Z
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@Wortmensch Das ist eine sehr gute Frage! Ich habe die Begriffe erst vor kurzem kennen gelernt und müsste mich nochmal richtig einlesen - also ist die Antwort aktuell erstmal nein, hier habe ich keinen Unterschied gemacht. Vermutlich wäre die Unterscheidung sogar wichtig wird aber in den zumindest erstmal schnell zu findenden Beschreibungen von Hochsensibilität auch nicht vorgenommen.
(DIR) Post #AYK7AlJflE0CGquHgG by Wortmensch@troet.cafe
2023-08-02T13:05:36Z
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@kleinjulika (Bin über Stichwort Hochsensibilität auf Deinen Tröt gekommen.)Danke! Finde, daß Empathie der Knackpunkt dabei ist. Es gibt Menschen, die sich für HSP halten und von Narzissmus betroffen sind. Da gehört die kognitive Empathie sozusagen zum alltäglichen Kommunikationswerkzeug, was für Gesprächsteilnehmende ggf. schwer von emotionaler Empathie zu unterschieden ist. Das ist der Hintergrund meiner Frage (keine Wertung von ASS). HSP-Diagnose kann m.E. ggf. Narzissmus überschatten.
(DIR) Post #AYK7AlrLk0wNxIfBAm by wauz@mastodon.bayern
2023-08-02T14:48:46Z
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@Wortmensch@kleinjulika Ich bin einigen Menschen begegnet, die sich mir gegenüber als hochsensibel vorgestellt haben. Mir hat das nicht so ganz eingeleuchtet. Nun bin ich kein Psychiater, deswegen ist mein persönlicher Zugang zum Thema nur bedingt brauchbar. Allerdings im Bereich Depression habe ich eigene Erfahrungen und damit auch einiges darüber lernen müssen.Eine der 'hochsensiblen' Personen hat mE damals an einer deutlichen Psychose gelitten. Da war einfach zu viel Gaga, als es mit Empfindsamkeit noch nachvollziehen zu können. Die anderen Drei hatten nach meinem Dafürhalten einfach mittelgradige Depressionen und sich das 'hochsensibel'-Etikett zugelegt, weil sie damit allen widersprechen konnten, die sie zu einem Besuch beim Psychiater bewegen wollten.Daher frage ich mich, ob es das mit 'hochsensibel' wirklich gibt, oder ob das unter copeing behavior zu werten ist.Wenn ihr dazu mehr wisst, bitte teilt euer Wissen.
(DIR) Post #AYKGkbey2XeCKm2AUa by Wortmensch@troet.cafe
2023-08-02T16:36:06Z
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@wauz @kleinjulika @wortsalatfinchen Als kritisches Kontra hatte ich das hier mal gefunden:https://www.researchgate.net/publication/282963939_Hochsensible_Personlichkeiten_-_ein_wohl_uberflussiges_Storungskonzept"Hochsensible Persönlichkeiten – ein wohl überflüssiges Störungskonzept"von Andreas Meißner, Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie.Datenlage dünn, Keine Krankheit, Gesellschaftliches Problem, Keine neue DiagnoseHinweis: Der Artikel fehlt jedoch auf der eigenen Seite des Autors.https://www.dr-andreas-meissner.de/publikationen/>
(DIR) Post #AYKJrZgO5ZaC5kiEj2 by Wortmensch@troet.cafe
2023-08-02T16:41:42Z
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@wauz @kleinjulika @wortsalatfinchen Für mich persönlich ist HSP ein Konzept, aus dem ich die für mich passenden Workarounds ableite. Konzept, weil ich kein Psychologe/Mediziner bin und mich nicht selber diagnostiziere.Ich respektiere alle, die HSP, Burn-Out, ADHS, etc für sich als Diagnose oder Konzept in Anspruch nehmen. Die wichtige Frage wird unabhängig von "Konzept oder Diagnose" ohnehin immer sein, ob jemand einen Leidensdruck empfindet und etwas verändern möchte?
(DIR) Post #AYKJraLVcgTa9Hx4oy by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-02T16:47:48Z
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@Wortmensch @wauz @wortsalatfinchen auch als Psychologe/Mediziner wäre eine HSP Diagnose nicht möglich weil es keine Diagnosekriterien (ICD/DSM) gibt. Das Konzept HSP ist entstanden als noch zwischen verschiedenen Autismus-Diagnosen differenziert wurde und noch nicht die Spektrumsstörung führend war. Ich glaube heute würden die Personen auf denen das Konzept entstanden ist, mit ASS diagnostiziert.
(DIR) Post #AYKJrayVHhfU6ECDbM by kleinjulika@ruhr.social
2023-08-02T16:49:52Z
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@Wortmensch @wauz @wortsalatfinchen Die verschiedenen Störungsbilder sind komplex, ich glaube es ist dennoch wichtig uns von dem Konzept HSP zu lösen, wenn es (so wie ich es sehe) eigentlich häufig eine Ausprägung/Form von ASS oder einem anderen Störungsbild ist - die richtige Diagnose führt am Ende zur richtigen Hilfe.
(DIR) Post #AYKJrbeKmB82Bxlcno by wortsalatfinchen@troet.cafe
2023-08-02T16:57:59Z
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@kleinjulika @Wortmensch @wauz Trotz alledem kann es sehr lohnenswert sein, sich mit der Erlebenswelt Betroffener auseinander zu setzen. Und,ganz persönlich gesagt:Bei mir war es tatsächlich ein Psychologe, der mir vor vielen Jahren entsprechenden Hinweis gab zur Hochsensibilität. Das war damals für mich sehr entlastend!
(DIR) Post #AYKJrcTNiNxgkHeOMy by wauz@mastodon.bayern
2023-08-02T17:10:54Z
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@wortsalatfinchenIch hatte in den Nullern einen Tag, da bin ich am Frühstückstisch kleben geblieben und habe es dann auf kurz nach Neun zum Hausarzt um die Ecke geschafft. Der hat mich sofort krankgeschrieben und mir einen Soforttermin bei der Neuro-Psychiatrischen Praxis verschafft. Die Diagnose "Depression" war für mich auch eine Erleichterung, weil ich ab da einfach mal krank sein durfte.Drei Wochen später habe ich dann mit dem Facharzt über Medis gesprochen und ein Rezept bekommen. Erklärt hat er es nicht, dafür der Apotheker, wofür ich dem sehr dankbar bin.Nebenbei: es war schon das richtige Medikament.Das ist halt auch so eine Sache: die Kommunikation muss stimmen. Das hat der Arzt auch begriffen, dass es für mich besser ist, wenn er die Diagnose und Medikation erklärt.Dabei spreche ich jetzt für mich. Es ist eben mein Weg, zu Vertrauen zu kommen.@kleinjulika @Wortmensch