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 (DIR) Post #AWkD7FgEsUowYet3ey by firefly@ifwo.eu
       2023-06-15T16:21:22Z
       
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       Vor einiger Zeit wurde ich auf der Straße von einer Gruppe Schülerinnen gefragt, ob ich mich als Feministin identifiziere. Ich geb die Frage mal weiter.Noch mehr interessiert mich, *warum* sich Leute eigentlich als Feminist*innen identifizieren.Was bedeutet dieser Begriff überhaupt? Warum heißt es Feminismus, wenn es um die Gleichberechtigung *aller* Geschlechter geht?
       
 (DIR) Post #AWkD7GQg5py2sgc92m by wauz@mastodon.bayern
       2023-06-16T09:13:38Z
       
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       @fireflyDer Begriff ist alt. Und höchst wahrscheinlich eine Fremdbezeichnung. Ich meine, die ist erst im 20 Jh. aufgetaucht. Vorher gab es "Frauenrechtlerin" und dann "Suffragetten", weil das im englischen Sprachraum der Hauptstreitpunkt war.Lt Simone de Bouvoir war in D die "Frauenfrage" mit der 1848 Revolution zum ersten mal in größeren Diskussionen präsent. Dank https://de.m.wikipedia.org/wiki/Louise_Otto-PetersDanach war es in der Sozialdemokratie wichtig.
       
 (DIR) Post #AWkFYt1YuEmqJAAKa8 by bertrandterrier@ifwo.eu
       2023-06-15T16:26:23Z
       
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       @firefly Ich identifiziere mich als Feminist. Für mich bedeutet es Feminist*in zu sein, über die "einfache" Forderung von der Emanzipation von Frauen, für die Abschaffung patriachaler Strukturen einzutreten.Die Emanzipation der Frau ist davon nur ein – wenn auch sehr zentraler – Teil. Es geht auch um die Emanzipation marginalisierter Gruppen überhaupt und auch um den Wandel der Rolle des Mannes.
       
 (DIR) Post #AWkFYteCaZhAF0FBoG by bertrandterrier@ifwo.eu
       2023-06-15T16:28:37Z
       
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       @firefly Deshalb sind Terfs für mich keine "wirklichen" Feminist*innen (auch wenn es diese Strömung immer schon im Feminismus gegeben hat). Das ist eine Gruppe mit einem trans- und/oder fremdenfeindlichen Programm unter dem Deckmantel der Frauenrechte.
       
 (DIR) Post #AWkFYwtYVwl8JURzeq by firefly@ifwo.eu
       2023-06-15T16:37:07Z
       
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       @bertrandterrier Ich respektiere das, aber es fällt mir ehrlich gesagt auch schwer es nachzuvollziehen. Ein Wandel der Rolle des Mannes z.B. wäre ja eigentlich ein echter Maskulinismus.Finde das halt auch alles sehr schwammig. Trans-Frauen sind auch Frauen. Um welche anderen marginalisierten Gruppen geht es dann? Ausländische Männer werden hier in der Regel sehr viel mehr marginalisiert als deutsche Frauen, aber das hat mit Feminismus nichts zu tun.
       
 (DIR) Post #AWkFYzk5vZyR912ypM by wauz@mastodon.bayern
       2023-06-16T09:41:03Z
       
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       @fireflyDie bürgerliche Frauenrechtsbewegung hat die Bedürfnisse des Gesindes immer entschlossen und beharrlich übersehen und den Mägden ganz selbstverständlich keine Rechte einräumen wollen. Es ist wenigstens ein Fall in den USA bekannt, da eine Gruppe Suffragetten sich äußerst empört gezeigt hat, als eine Hausbedienstete, und auch noch schwarz, mitmachen wollte.Auch in der Arbeiterbewegung hat es etlichen Aufwands mutiger Frauen gekostet, bis die Gleichstellung der Frau als Ziel anerkannt wurde. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jenny_Longuet war nur eine davon. Bekannt sind auch Rosa Luxemburg und Clara Zetkin.Die Trennung zwischen bürgerlicher und proletarischer Frauenbewegung war nie überwunden. Politisch hat der bürgerliche Teil ab den 1980ern die Debatte bestimmt. @bertrandterrier
       
 (DIR) Post #AWkOgz8Az6h99TCCiO by firefly@ifwo.eu
       2023-06-16T11:23:23Z
       
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       @wauz Ja, vor diesem Hintergrund ist ja auch der Intersektionalismus entstanden, was historisch unglaublich wichtig war. Heute ist der Feminismus untertheoretisiert. Alle plappern einfach nur unreflektiert Theorien aus den 80ern nach. Männer, die wahrscheinlich noch nie ein Buch darüber gelesen haben, erklären Frauen was Feminismus ist. Alle reden davon, dass Rollenbilder abgeschafft werden sollen, aber fokussieren sich darauf herauszufinden was ihre Geschlechtsidentität ist. @bertrandterrier
       
 (DIR) Post #AWkQ9adbEELzXW671s by wauz@mastodon.bayern
       2023-06-16T11:39:46Z
       
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       @fireflyEs geht auch andersrum: 20 Jährige, die nie ein Buch gelesen haben und von echten Meilensteinen an Literatur noch nicht einmal den Titel kennen, wollen mir erklären, dass ich als "alter, weißer Mann" das eh nicht kapieren könne...Wie gesagt, ich hab mich dann in den späten 90ern da rausgezogen, weil ich keinen Bock habe, ständig um meinen Status anstatt über die Sache zu diskutieren.@bertrandterrier
       
 (DIR) Post #AWkhZo8nLSUYAWmCKu by bertrandterrier@ifwo.eu
       2023-06-16T06:23:05Z
       
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       @firefly 1. Ja, ist schwammig. Ich bin auch kein guter feministischer theortiker. Da sind andere sehr viel besser drin.2. Natürlich sind Trans-Frauen auch Frauen; sie werden aber zusätzlich noch auf eine andere Weise diskriminiert als Cis-Frauen.
       
 (DIR) Post #AWkhZov0SD3Ya3KhU0 by bertrandterrier@ifwo.eu
       2023-06-16T06:26:06Z
       
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       @firefly 3. Ich glaube nicht, daß ich akzeptiere, daß die Marginalisierung von ausländischen Männern nichts mit Sexismus zu tun hat, gerade wenn man sich die Sprache ansieht, mit der das getan wird: die weiße deutsche Frau muß vor dem nicht-weißen lüstigen Mann beschützt werden. Das ist natürlich rassistisch – aber in der Bedienung der Stereotype auch sehr sexistisch.
       
 (DIR) Post #AWkhZpapwgW6fmu6gS by bertrandterrier@ifwo.eu
       2023-06-16T06:26:57Z
       
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       @firefly 4. Ein Maskulinismus würde ja interpretieren, es ginge um die Abschaffung der Unterdrückung des Mannes als Mannes. Das wäre ja Quatsch. Es geht um die Änderung der Rollenerwartungen und -erziehung. Auch weil Sexismus ja nicht endet dadurch, daß Frauen gesetzlich gleichgestellt sind.
       
 (DIR) Post #AWkhZqFFWQqKh7oNfs by firefly@ifwo.eu
       2023-06-16T11:47:27Z
       
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       @bertrandterrier Wenn es wirklich um Abschaffung von Rollenerwartungen und -erziehung ginge, müsste der Feminismus Männer und Frauen zugleich in den Blick nehmen. Dass das Mädchen nur Puppenspielzeug bekommt und erzogen wird lieb und brav zu sein, ist genauso schlimm wie dass der Junge beigebracht bekommt, dass er mit Lego spielen muss und keine Gefühle zeigen darf. Aber heute identifizieren sich Jungs, die lieber mit Puppen spielen, als nonbinär, anstatt das männliche Rollenbild zu hinterfragen
       
 (DIR) Post #AWkhZqqTI2cKYZE6gy by wauz@mastodon.bayern
       2023-06-16T14:54:58Z
       
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       @fireflyEs sind nicht nur Erwachsene, die die Rollenklischees weitergeben. Auch Kinder unter sich machen das. Und es sind sehr oft Mädchen, die Jungs ausschließen, um sie als Konkurrenten um Status loszuwerden. Warum auch immer, (heißt: will das gerade nicht diskutieren), werden von Frauen Statusansprüche eher verdeckt und manipulativ erhoben, während Männer (und Jungs) Führungsansprüche offen und ungeniert erheben.Für Mädchen ist es meist einfacher, in einer Jungsklique anzukommen, als für Jungs, bei den Mädchen mitmachen zu dürfen.@bertrandterrier