Post APbE5ObM6bGdsYXPZA by beandev@write.tchncs.de
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 (DIR) Post #AJddMOuuebPJjgrlB2 by beandev@write.tchncs.de
       2022-05-20T08:47:22.748715Z
       
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       Es gibt viel Diskussion darum, ob man allen Neu-Ankömmlingen erzählen soll, wie sie sich auf Mastodon zu verhalten haben oder auch nicht.Ich habe das immer als positive Anregung verstanden und nicht wirklich als Bevormundung.Nun bin ich aber doch eine Weile wieder aktiv im Fediverse (ich werde auch Twitter vollständig den Rücken kehren) und habe einiges über die kleinen Unterschiede gelernt. Meine Beobachtungen und Erfahrungen zu den Interaktionen auf Mastodon sind grundweg positiv. Die etwas andere Art und Weise, wie Mastodon einige Kommunikationsarten technisch löst, scheinen sich auch positiv auf den konstruktiven Austausch auszuwirken.Mastodon ist nicht einer, wir sind VieleTimelines - es gibt nicht nur eineTwitter kennt keine Unterscheidung nach Instanzen. Sicherlich wird Twitter tausende von Servern weltweit verteilt haben, aber diese bilden einen homogenen Cluster ab. Egal wo man sich in der Welt anmeldet und Tweets verschickt, sie sind global auf allen Servern und jedem angemeldeten User verfügbar (wenn man die jemals zu Gesicht bekommt, was ja durch Algorithmen gesteuert wird).Im Fediverse sind die Mastodon-Server (die Instanzen heißen) komplett eigenständige Inseln, die alle einen regen Austausch an Nachrichten durchführen. Alle Benutzer*innen entscheiden sich für eine dieser Inseln und treten damit der Community auf dieser Mastodon-Instanz bei. Man spricht dann von der eigenen lokalen Instanz. Alle Inseln zusammen betrachtet (und das gilt dann nicht nur für Mastodon) bilden das Fediverse, eine Föderation an Servern, die alle miteinander vernetzt sind.Schreibe ich nun ein Toot, ist er sofort (ohne irgendwelche notwendigen Verknüpfungen) in der Lokalen Instanz in der Lokalen Timeline sichtbar. Diese Lokale Timeline ist das Anschlagbrett für alle aus der Community der Instanz. Aber der Mastodon Server macht noch mehr. Er steht ja mit vielen anderen Instanzen im Fediverse in Kontakt. Über diesen Kontakt versendet er die öffentlichen Toots an alle anderen Instanzen (in möglichst Echtzeit). Diese Nachrichten Toots werden in der Föderierten Timeline (der “Welt”). gelistet. Es ist damit das Board aller Mastodon Instanzen zusammen (was tausende sind). Wenn man in diese Timeline schaut, stellt man fest, wie die Nachrichten nur durchrauschen (man kann da übrigens auch filtern!)Un-SichtbarkeitMan kann aber als User*in steuern, wie eine Mastodon-Instanz den Toot verteilt. Wenn ihr eine Nachricht schreibt, kann man mit dem Klick auf die Weltkugel festlegen, wer das sehen darf. Hier ein Beispiel für das offizielle Mastodon-Web-UI:Öffentlich - Der Toot wird, wie schon oben beschrieben, in der lokalen Instanz und in allen anderen angeschlossenen Instanzen gelistetNicht gelistet - Wie Öffentlich. Mastodon hat aber eine “Entdecken” und “Suchen” Funktion, um Toots zu finden. Das ist damit abgeschaltet. Man verwendet das auch für Threads (2. bis n. Nachricht)Nur Follower - Das sehen dann wirklich nur die User*innen, die mir folgen. Das kann auch auf anderen Instanzen sein.Nur Leute, die ich erwähne - das sind Direct Messages (DM), Private Messages (PM) oder “Gruppennachrichten”, je nach Kontext (und wie viele ich erwähne). Diese Nachrichten kann man nicht boosten.Man kann das eigene Profil übrigens mit einem “Schloss” versehen (so wie auch in Twitter) und damit generell nur den eigenen Followern schreiben. Die Follower sind auch die einzigen, die dann mit mir interagieren können.Nonverbale KommunikationEs gibt zwei Dinge an Interaktionen, die sich ähnlich wie auf Twitter anfühlen, aber nicht das Gleiche sind. Bei Mastodon spricht man von Favs und Boosts.FavoritenEs sind nicht wirklich Likes (Herzchen bei Twitter - und Twitter bietet teilweise ja noch mehr Emoticons als Interaktion an). Die ursprüngliche Intention war, dass man damit eine “Merkliste” von Favoriten der Toots anlegt, die man anderen über sein Profil kundgibt (was man abschalten kann) oder nur für sich privat macht. Da aber Mastodon (wie Twitter) das an jedem Toot anzeigt und auch eine Benachrichtigung an den Autor schickt, wird es auch im Fediverse zunehmend als nonverbalen Ausdruck jeglicher kontextspezifischer Zustimmung verwendet. Da gibt es viel Diskussion drum und es hängt wirklich von der Sozialisierung ab. Twitter-User*innen vergeben häufig viel mehr Favs als Menschen, die schon lange auf Mastodon sind. Die geben häufig lieber eine kurze Antwort, statt einem Stern.Ich mag da keine Empfehlung geben (bin auch zu kurz hier), aber vielleicht probiert ihr einfach mal aus, mehr ein paar Worte zu schreiben, als nur Drive-by Klicks mit Favs zu machen. Technisch gesehen, gibt es weitere Unterschiede von Favs zu Like bei Twitter:Sie gehen in keine Sichtbarkeits-Algorithmen ein. Sie sind ausschließlich private Kommunikation. Egal wie viele Favs an einem Toot hängen, dieser Toot wird nirgendwo bevorzugt angezeigt.Die Favs werden von den meisten Clients nur in der Anzahl angezeigt, wenn man den Beitrag direkt auswählt.Man bekommt nur als Autor eine Benachrichtigung der Favs, die man selbst erhalten hat. Also nicht wie bei Twitter: Like auf eine Antwort, wo man erwähnt wurde.Diese Punkte sind bewusst so gewählt, um die schlechte Aufmerksamkeits-Ökonomie von Twitter nicht in das Fediverse zu tragen.BoostsBoosts sind ähnlich wie Re-Tweets in Twitter. Es ist einer der wichtigsten Interaktionen im Fediverse und liegt in der technischen Eigenheit begründet, dass es eben tausende Instanzen gibt, die im Austausch stehen und nicht nur ein großer homogener Cluster. Deswegen wird von einigen Nutzer*innen bei Mastodon empfohlen: Wenn man einen Toot eines Autors gut findet und der Meinung ist, dass die eigenen Folgenden sich dafür interessieren könnten und sollten, dann boostet man den Toot. Mit einem Boost schafft es ein Toot in der Regel in die Aufmerksamkeit eines größeren Publikums und so können sich über viele Instanzen hinweg die Follower miteinander vernetzen, wenn sie auf dem Wege spontan übereinstimmende Interessen entdecken.Es gibt aber auch zurückhaltende Meinungen, die sagen, dass es doch wieder ein Ersatz für die fehlende Aufmerksamkeits-Ökonomie wäre. Allerdings kann das jede*r für sich steuern, wenn man nicht alles boostet, was bei Drei auf den Bäumen ist. Nehmt den Namen “Boost” so, was er bedeutet, gebt einem Toot etwas Feuer und Aufmerksamkeit, wenn er es verdient hat.DrüKos (Teilen mit Kommentar) gibt es nicht.Was auf Twitter gang und gäbe ist und fast als Erstes von allen, die nach Mastodon wechselten, vermisst wird, sind die Drüber-Kommentare. Man kann nur “boosten”, ohne einen Kommentar zu hinterlegen. Das ist so gewollt. Es geht darum, dass man in die Kommunikation des Autors tritt, statt über ihn zu reden. DrüKos zerschneiden dazu schon angefangene Kommunikationsstränge und werden bei Twitter häufig dazu genutzt, eine Aussage der eigenen Followerschaft zu präsentieren, quasi an den Pranger zu stellen.Es gibt den Einwand, man möchte manchmal begründen, warum man einen Boost einer Nachricht macht. Das ist nachvollziehbar und wenn es wirklich eines solchen Kommentars bedarf, kann man immer noch die URL der Mastodon-Nachricht nehmen und diesen in die eigene Nachricht einbetten. Das wird dann aber nicht als Boost verknüpft. Es ist dann sicherlich hilfreich, den oder die Autor*in zu erwähnen.Auch bei Boosts gibt es ein paar technische Eigenheiten:Wie schon gesagt, DrüKos gibt es nichtBoosts sehen nur die Follower (Instanzübergreifend). Ihr werden nie Boosts in der Lokalen Timeline oder gar in der Föderierten Timeline sehen. Die Boosts werden von den meisten Clients nur in der Anzahl angezeigt, wenn man den Beitrag direkt auswählt.Man bekommt nur als Autor eine Benachrichtigung der Boosts, die man selbst erhalten hat.Auch das sind feine Unterschiede zu Twitter, die eine bessere Kommunikation fördern (nebenbei entlastet es auch den Austausch der Nachrichten zwischen den Instanzen)HashtagsDie Kategorisierung ist eine extrem wichtige Form der Kommunikation im Fediverse. Nachrichten (übrigens auch Profile) kann man mit Tags klassifizieren. Wie bei Twitter wird ein Tag mit einem ‘#’ voran geführt (im Englischen das Hash-Zeichen) und man sagt damit der Mastodon Instanz, dass der Toot mit diesem Begriff (oder auch mehreren) gesondert “indiziert” werden soll. D.h. man hat damit den Toot in einem Schlagwortverzeichnis eingeordnet. Diese Schlagworte sind in dem gesamten Fediverse durchsuchbar (was für die restlichen Worte in einem Toot in der Regel nicht gilt, die sind manchmal nur auf der eigenen Instanz zu finden). Nahezu alle Clients erlauben Timelines der Hashtags zu erstellen. Das offizielle Mastodon-Web-UI hat dafür eine Einstellung für ein Erweitertes UI, das man aktivieren muss. Damit hat man für ein spezifisches Interessengebiet (verschlagwortet mit einem Hashtag) eine eigene Timeline. Hashtags sind damit noch wichtiger als bei Twitter. Es gibt ja keine Algorithmen, die steuern, wer was in seiner Bubble sieht. Senderinnen und Empfängerinnen steuern für sich, was sie sehen wollen und haben ggf. überlappende Interessensgebiete. Im Fediverse sind Hashtags genau das Instrument, diese Überlappungen bei den Interessen zu finden. Deswegen: Vergesst nicht die Hashtags, wenn ihr an ein größeres Publikum denkt, als nur die Follower. Denn die euch folgen, haben euch ja auch nur meistens nur durch die Hashtags gefunden.Es gibt noch ein paar andere nette Dinge (Listen zum Beispiel), die Besonderheiten anderer Services im Fediverse (Makroblogging ohne Zeichenbegrenzung und viele Dienste, die Facebook, YouTube oder Instagram ersetzen). Für den kleinen Mastodon spezifischen Artikel soll es aber reichen.
       
 (DIR) Post #AJgGIPtNN4X68A9rzE by pallenberg@mastodon.social
       2022-05-21T12:43:53Z
       
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       @beandev richtig gut und kommt in meinem naechsten Newsletter!
       
 (DIR) Post #AJgGIQW13PRQ40EjDM by beandev@write.tchncs.de
       2022-05-21T15:13:05.205052008+00:00
       
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       @pallenberg@mastodon.social \o/ - danke für Dein Feedback.
       
 (DIR) Post #APbE5NrGrwP7Zcybjc by gilde@digitalcourage.social
       2022-11-10T13:50:12Z
       
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       @beandev  Das hilft mir 👌
       
 (DIR) Post #APbE5ObM6bGdsYXPZA by beandev@write.tchncs.de
       2022-11-14T16:05:50.985389Z
       
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       @gilde@digitalcourage.socialDas freut mich. Ich habe inzwischen einen weiteren Artikel geschrieben, der mehr ins Detail geht. Ich habe einen Link am Anfang dieses Artikels hinzugefügt.