i# taz.de -- Schlachthof gegen Tierrechtsaktivisten: Schweinequälerei nur auf Instagram erlaubt taz.de 70 i taz.de 70 i> Laut dem Landgericht Oldenburg dürfen Tierschützer Videos aus einem taz.de 70 i> Lohner Schlachthof zwar nicht auf ihrer Website zeigen, dafür aber auf taz.de 70 i> Instagram. taz.de 70 i taz.de 70 IBild: Die meisten Schweine werden vor der fabrikmäßigen Schlachtung in Stahlkabinen gepfercht und mit Kohlendioxid betäubt /picture/8240583/948/betaeubung-im-rotationssystem.jpeg taz.de 70 i taz.de 70 iIm Streit um schockierende Schweinebetäubungsbilder aus einem Schlachthof taz.de 70 iin Lohne haben Tierrechtsaktivisten einen Etappensieg errungen. In einem taz.de 70 iaktuellen Beschluss vom 27. Januar erlaubte das Landgericht Oldenburg die taz.de 70 iVerbreitung der heimlich gemachten Aufnahmen über Social-Media-Kanäle. Eine taz.de 70 iAusstrahlung der Videos über die Homepage von Animal Rights Watch (Ariwa) taz.de 70 ihatte das Gericht im Juli 2025 dagegen untersagt. taz.de 70 i taz.de 70 iAuf den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Tiere in den Kohlendioxidschacht taz.de 70 ider Brand Qualitätsfleisch GmbH gefahren werden. Der Schlachthofbetreiber taz.de 70 ihatte versucht, per Gericht die entsprechenden Reels auf dem Account „Der taz.de 70 iSchlachthofprozess“ zu stoppen. Das Gericht beschied jetzt, auf diese und taz.de 70 isonstige Veröffentlichungen des Videomaterials erstrecke sich sein Urteil taz.de 70 iaus dem Juli nicht. taz.de 70 i taz.de 70 iDie Verbreitung der Bilder über Social Media ist für die Aktivist*innen taz.de 70 ivon zentraler Bedeutung. Neben aktueller Berichterstattung – etwa von einer taz.de 70 iIntervention beim Auftritt des Agrarministers bei der Grünen Woche in taz.de 70 iBerlin – nutzen sie den Account für Fund-Raising-Kampagnen, um die taz.de 70 iProzesskosten stemmen zu können. taz.de 70 i taz.de 70 iAuch weisen sie auf den Fortgang des Verfahrens hin: Vor dem taz.de 70 iOberlandesgericht Oldenburg soll am 28. April verhandelt werden. „Wir haben taz.de 70 iheute gegen den Beschluss die sofortige Beschwerde eingelegt“, teilte taz.de 70 iBrand-Anwalt Walter Scheuerl der taz am Montag auf Nachfrage mit. taz.de 70 i taz.de 70 i## Tierschutz sorgt für Tierleid taz.de 70 i taz.de 70 iDie Filme stellen auch die Probleme der CO2-Betäubung dar. Anfang des 20. taz.de 70 iJahrhunderts wurde sie als Tierschutznorm bei der Schlachtung durchgesetzt. taz.de 70 iSchweine in Gitterkabinen zu pferchen und diese in einem Fahrstuhlsystem in taz.de 70 ieine kohlendioxidgesättigte Atmosphäre zu bringen, hat sich dabei als eine taz.de 70 ian den Massenkonsum angepasste fabrikmäßige Lösung durchgesetzt: Die taz.de 70 imeisten Schweine in Deutschland werden auf diese Weise betäubt. taz.de 70 i taz.de 70 iDie Tierrechtsaktivistin Anna Schubert glaubt, dass es „kaum etwas taz.de 70 iTierquälerischeres“ als diese Methode gebe. Mindestens, dass sie für taz.de 70 ierhebliches Tierleid sorgt, ist seit Jahrzehnten wissenschaftlicher taz.de 70 iKonsens. Sie rufe „aversive Reaktionen“ hervor, wie es in der Fachliteratur taz.de 70 iheißt – die wiederum zu dramatischen Szenen führen. Denn einerseits taz.de 70 iverbindet sich CO2 mit dem Schweinespeichel zu ätzender Kohlensäure. Die taz.de 70 isorgt für akute Schmerzen auf den Schleimhäuten. taz.de 70 i taz.de 70 iAndererseits löst das Gas Erstickungsgefühle aus. Es verursacht also taz.de 70 iAngstzustände, die sich dann wieder in panischem Quieken und zwecklosen taz.de 70 iFluchtversuchen äußern: Die Tiere hyperventilieren, koten, schlagen mit den taz.de 70 iSchweinehufen gegen die verdreckten Stahlstäbe und strecken die Schnauzen taz.de 70 iin die Zwischenräume, als hofften sie, sich durch sie hindurchzwängen zu taz.de 70 ikönnen. Das mit anzusehen und zu hören, ist beklemmend. Es wird so gut wie taz.de 70 inie filmisch dokumentiert und noch seltener öffentlich gezeigt. taz.de 70 i taz.de 70 iMittlerweile wird daher europaweit nach Ersatzmethoden gesucht. Auch in taz.de 70 iDeutschland. Hier hatten von 2020 bis 2023 unter dem launigen Akronym taz.de 70 i„Tiger“ Forscher*innen der Außenstelle Celle des taz.de 70 iFriedrich-Löffler-Instituts Celle und der Uni Göttingen zusammengearbeitet. taz.de 70 iDas [1][vom Agrarministerium und der Fleischindustrie gesponserte taz.de 70 iVerbundprojekt] sollte herausfinden, ob die Betäubung mit Stickstoff oder taz.de 70 iArgon in den bestehenden Anlagen möglich und schonender wäre. taz.de 70 i taz.de 70 iBis dahin wurde der Einsatz dieser Inertgase „aufgrund von Bedenken in taz.de 70 iBezug auf die Gasstabilität, die Betäubungseffektivität, die taz.de 70 iFleischqualität und die Kosten nicht als marktfähig eingeschätzt“, wie es taz.de 70 iin der Projektskizze heißt. Die meisten der Bedenken konnten zerstreut taz.de 70 iwerden. Nur der Kostenfaktor von fast 1 Cent zusätzlich pro Schweinekilo taz.de 70 ilässt sich nicht leugnen. taz.de 70 i taz.de 70 iIm Gerichtsverfahren gegen Schubert und ihren Mitstreiter Hendrik Haßel taz.de 70 izeigte sich, dass der Schlachthofbetreiber selbst auch auf deren mit taz.de 70 iversteckter Kamera aufgenommenen Bilder zurückgegriffen hatte. Er nutzte taz.de 70 isie, um das einwandfreie Funktionieren seiner Betäubungsanlage zu taz.de 70 idokumentieren. taz.de 70 i taz.de 70 i„Wir sind immer wieder schockiert, wie aggressiv Brand gegen uns vorgeht“, taz.de 70 ikommentierte nun Schubert den Gerichtsbeschluss. Das Urteil des taz.de 70 iLandgerichts habe einen Stopp der Insta-Reels offenkundig nicht hergegeben. taz.de 70 i„Trotzdem wollte Brand, dass die Bilder auch dort gelöscht werden.“ taz.de 70 i taz.de 70 iSchubert vermutet hinter derartigen Nebenverfahren eine Strategie. Der taz.de 70 iSchlachthof wolle sie „einschüchtern, finanziell ruinieren und mundtot taz.de 70 imachen“, sagt Schubert. Kurz: Sie sieht sich als [2][Opfer einer taz.de 70 iSlapp-Klage]. taz.de 70 i taz.de 70 i## Im Zweifel neue Klagen taz.de 70 i taz.de 70 iBrand-Anwalt Walter Scheuerl hält dagegen: Der jetzige Beschluss bedeute ja taz.de 70 ikeinesfalls, dass die „Weiterverbreitung der rechtswidrig beschafften taz.de 70 iVideoaufnahmen erlaubt oder gar rechtmäßig“ sei. Sollte die Entscheidung taz.de 70 i[3][vor dem Oberlandesgericht] Bestand haben, müsse man eben gesondert taz.de 70 igegen diese Einzelveröffentlichung klagen. taz.de 70 i taz.de 70 i„Das wäre absurd“, sagt Scheuerl. „Dann träfe genau das ein, was Frau taz.de 70 iSchubert irrigerweise beklagt.“ Es würden dann nämlich „mit jedem Posting taz.de 70 ineue Klagen erforderlich“. In der Folge würden nur der Gerichtsaufwand und taz.de 70 idie [4][Verfahrenskosten] weiter steigen. taz.de 70 i taz.de 70 i11 Feb 2026 taz.de 70 i taz.de 70 i## LINKS taz.de 70 i taz.de 70 1[1] /Forschung-soll-Schlachten-sanfter-machen/!6096435 /Forschung-soll-Schlachten-sanfter-machen/!6096435 taz.de 70 1[2] /Gesetzentwurf-gegen-SLAPP-Klagen/!6137506 /Gesetzentwurf-gegen-SLAPP-Klagen/!6137506 taz.de 70 1[3] /Gericht-erlaubt-Zwangsvollstreckung/!6128987 /Gericht-erlaubt-Zwangsvollstreckung/!6128987 taz.de 70 1[4] https://anwaltsblatt.anwaltverein.de/de/themen/recht-gesetz/rvg-kostbraeg-2025 https://anwaltsblatt.anwaltverein.de/de/themen/recht-gesetz/rvg-kostbraeg-2025 taz.de 70 i taz.de 70 i## AUTOREN taz.de 70 i taz.de 70 1Benno Schirrmeister /!a195 taz.de 70 i taz.de 70 i## TAGS taz.de 70 i taz.de 70 1Tierschutz /!t5008147 taz.de 70 1Schlachthof /!t5050823 taz.de 70 1Justiz /!t5015568 taz.de 70 1Gericht /!t5019249 taz.de 70 1Urteil /!t5009563 taz.de 70 1Video /!t5012809 taz.de 70 1Instagram /!t5018703 taz.de 70 1Social-Auswahl /!t5964401 taz.de 70 1Reden wir darüber /!t6101305 taz.de 70 1Grüne Woche /!t5023002 taz.de 70 1Fleischindustrie /!t5009077 taz.de 70 1Schweine /!t5009700 taz.de 70 i taz.de 70 i## ARTIKEL ZUM THEMA taz.de 70 i taz.de 70 1Störaktion auf der Grünen Woche: Gequälte Grüße vom Schlachthof /!6147219 taz.de 70 i taz.de 70 iAktivistinnen stören den Auftritt des Agrarministers auf der Grünen Woche. taz.de 70 iSie verweisen auf den Widerspruch zwischen Agrarpolitik und Tierwohl. taz.de 70 i taz.de 70 1Videoüberwachung in Schlachthöfen: Tierqual live und in Farbe /!6143536 taz.de 70 i taz.de 70 iWas bringt Videoüberwachung in Schlachthöfen? Niedersachsens taz.de 70 iAgrarministerin scheint das auch nicht so genau zu wissen. taz.de 70 i taz.de 70 1Gericht erlaubt Zwangsvollstreckung: Tierleid bleibt Geschäftsgeheimnis /!6128987 taz.de 70 i taz.de 70 iSchweinebetäubungsbilder müssen weg: Oldenburgs Oberlandesgericht bewertet taz.de 70 iSchweine-Unternehmenspersönlichkeitsrecht höher als Meinungsfreiheit. taz.de 70 .