i# taz.de -- Streifenwende auf der Wahrheit-Seite: In der Augenfängerei taz.de 70 i taz.de 70 i> Tarzan, Peanuts und Co: Kleine Geschichte des Witzbildchenstreifens bis taz.de 70 i> zu ©Toms touché. taz.de 70 i taz.de 70 iZeitungsmacher sind immer auch Augenfänger. Dabei gibt es eine Regel, die taz.de 70 iauf dem Leseverhalten bei traditionellen Druckerzeugnissen beruht: taz.de 70 iLeserinnen und Leser blättern Zeitungen gern von hinten nach vorn durch. taz.de 70 iZunächst aber schauen sie auf die erste Seite, auf Titelfoto und taz.de 70 iSchlagzeile, die das aktuelle Geschehen mit einer Pointe, einem Punch taz.de 70 izusammenfasst. Dann drehen sie die Ausgabe und gucken auf die zweite taz.de 70 iTitelseite, die meist das Vermischte beinhaltet: Sex and Crime, Celebrities taz.de 70 iund Katastrophen. Dort zieht sie der zweite Eyecatcher ins Blatt. In der taz.de 70 itaz war „Die Wahrheit“ lange die letzte Seite – [1][mit ©Toms touché im taz.de 70 iMittelpunkt]. taz.de 70 i taz.de 70 iDas hatten sich die Zeitungsfürsten und ihre Redaktionsknechte am Ende des taz.de 70 i19. Jahrhunderts fein ausgedacht. Als die Fotografie noch nicht so taz.de 70 iausgeprägt war wie heute, brauchte es einen anderen Hingucker, der Leser taz.de 70 iauch rückwärtig in die Zeitung zieht. Der zweite Impuls ist fast noch taz.de 70 iwichtiger als der erste. taz.de 70 i taz.de 70 iVor allem in den Sonntagszeitungen entstanden deshalb gezeichnete taz.de 70 iGeschichten, die das Kind in der Leserschaft weckten und mit ihren taz.de 70 iFortsetzungsreihen auch Nachwuchskräfte an das Produkt banden. Wer einmal taz.de 70 idie Zeitung seiner Eltern las, wurde der Abonnent von morgen. taz.de 70 i taz.de 70 i## Vom Ganzseiter zum Strip taz.de 70 i taz.de 70 iNeben Vorläufern wie Wilhelm Busch gilt „The Yellow Kid“ von Richard F. taz.de 70 iOutcault ab 1895 in der New York World als erster moderner Comic, populär taz.de 70 iwar auch „The Katzenjammer Kids“ von Rudolph Dirks, eine der am längsten taz.de 70 ifortlaufenden Reihen ab 1897 im New York Journal. Das wollte man auch im taz.de 70 iTagesgeschäft haben, aber die aufwendig produzierten Ganzseiter schrumpften taz.de 70 ischließlich zu Kurzgeschichten im Stripformat, die in meist vier Bildern taz.de 70 ierzählt wurden. taz.de 70 i taz.de 70 iIhre ersten populären Protagonisten waren Tarzan und Popeye, Blondie und taz.de 70 iPrince Valiant. Wichtiges Thema war die Beziehung zwischen Mann und Frau. taz.de 70 iBlondie schlug sich mit ihrem faulen Kerl Dankwart Bumskopp herum, Olivia taz.de 70 imit dem muskelbepackten Prahlhans Popeye, und auch der halbnackte taz.de 70 iDschungelbewohner Tarzan fand ausgerechnet im dichten afrikanischen Wald taz.de 70 ieine hellhäutige Frau namens Jane. Nur Prinz Eisenherz war eine Ausnahme, taz.de 70 idenn der halblanghaarige Ritter aus Thule kreuzte gern mit seinem ebenso taz.de 70 igut frisierten Gefährten Gawain an der engen Körperseite die langen taz.de 70 iKlingen. Eisenherz war trotz Heirat mit der blonden Aleta schwul wie die taz.de 70 inordische Nacht. taz.de 70 i taz.de 70 iNach der ersten Blütezeit der Strips in den dreißiger Jahren eroberten mit taz.de 70 idem Ende des Zweiten Weltkriegs die Streifen von den USA aus die ganze taz.de 70 iWelt. Selbst die von den Nazinachwehen und der verächtlichen Teilung in E- taz.de 70 iund U-Kunst schwer geschädigten Deutschen entdeckten Comics zum Beispiel taz.de 70 iaus dem Hause Disney. Und in den Zeitungen trieben die bekannten Helden ihr taz.de 70 ivor allem für Jugendliche hochattraktives Unwesen, weil ihre Eltern vor dem taz.de 70 i„Schund“ warnten. taz.de 70 i taz.de 70 iErst Charles M. Schulz erneuerte in den sechziger Jahren mit den „Peanuts“, taz.de 70 idie er bis zu seinem Tod im Jahr 2000 zeichnete, die Strip-Welt. Mit einem taz.de 70 ibesonderen Kniff: Er erzählte aus der Froschperspektive von Kindern, die 50 taz.de 70 iJahre lang nicht älter werden sollten, doch tief philosophisch das oft taz.de 70 iundurchschaubare erwachsene Verhalten reflektierten. taz.de 70 i taz.de 70 iMit der Zeit erstarrten allerdings die Formate. Loriot lieferte mit taz.de 70 i„Reinhold das Nashorn“ im Stern ein typisches Beispiel für den an taz.de 70 iHarmlosigkeit kaum mehr zu übertreffenden deutschen Nachkriegshumor, dem taz.de 70 idie Schärfe des jüdischen Witzes fehlte. Aber auch britische Figuren wie taz.de 70 iAndy Capp, der auf Deutsch Willi Wacker hieß, entfernten sich mit ihren taz.de 70 iMilieu- und Eheproblemen von der sich in den siebziger Jahren verändernden taz.de 70 iWirklichkeit der Leser. Erst Ende der achtziger Jahre erhob eine neue taz.de 70 iGeneration von Zeichnern wie Kriki, Greser & Lenz oder Rattelschneck das taz.de 70 iGekrakel und Gestrichel zur kleinen Kunstform. Und dann kam ©Tom! taz.de 70 i taz.de 70 iNach dem historischen Umbruch des Mauerfalls wurde die „Wahrheit“-Seite ins taz.de 70 iKreuzberger Blatt taz gehoben. ©Tom sandte unverlangt einen ersten Cartoon, taz.de 70 idann einen Streifen ein und bekam den Auftrag der Redakteure, einfach dabei taz.de 70 izu bleiben. Und das tat er: Seit 35 Jahren zeichnet er bis auf die Sonntage taz.de 70 iwerktäglich einen „touché“. Obwohl er Autodidakt war, erfand er das taz.de 70 iWitzbildchenzeichnen fast im Alleingang neu. taz.de 70 i taz.de 70 i[2][An seinem Vorbild Charles M. Schulz geschult], verdichtete er die vier taz.de 70 iBilder auf drei, was hieß, mit Aufstellung sprich Exposition, Verzögerung taz.de 70 iund Pointe die Dramaturgie noch einmal zu dynamisieren. Er entwickelte taz.de 70 imehrere Figuren von der Postoma bis zum Höllenteufel, die alle ©Toms taz.de 70 iversöhnlichen Humor in ihren Sprechblasen transportieren. Die Leser lachen taz.de 70 ieher mit als über die ulkigen Gestalten und ihre Kleinkatastrophen. taz.de 70 i taz.de 70 iDrei Jahrzehnte kam jeden Mittag eine Mail mit dem neuesten Streifen in der taz.de 70 iWahrheit an, unterlegt mit nur wenigen Worten, die die Mühen des taz.de 70 iSchöpfungsaktes belegen sollten: „Ächz!“ oder „Doppel-Ächz!“ Das Ächzen des taz.de 70 iMarathonläufers, der nach einer Strecke von fast 10.000 Streifen nun an taz.de 70 ieinem verdienten Ziel angekommen ist, dem Teilruhestand. Künftig zeichnet taz.de 70 i©Tom nur noch für die Wochentaz-Ausgabe – und macht unter der Woche Platz taz.de 70 ifür ein Team neuer Zeichnerinnen und Zeichner, die den Staffelstab taz.de 70 iaufnehmen. Bei ihrem Lauf durch die Augenfängerei werden jene sicher in taz.de 70 iunbekannte Galaxien des Bildwitzes vordringen. taz.de 70 i taz.de 70 i9 Apr 2026 taz.de 70 i taz.de 70 i## LINKS taz.de 70 i taz.de 70 1[1] /Neues-von-Tom-Strips/!vn6166484/ /Neues-von-Tom-Strips/!vn6166484/ taz.de 70 1[2] /Petition-fuer-The-Peanuts-gegen-Apple/!5723576 /Petition-fuer-The-Peanuts-gegen-Apple/!5723576 taz.de 70 i taz.de 70 i## AUTOREN taz.de 70 i taz.de 70 1Michael Ringel /!a130 taz.de 70 i taz.de 70 i## TAGS taz.de 70 i taz.de 70 1streifenwende bei tom /!t5180734 taz.de 70 1Kolumne Die Wahrheit /!t5636294 taz.de 70 1Comic /!t5009912 taz.de 70 1Karikaturen /!t5011750 taz.de 70 1Satire /!t5009869 taz.de 70 1Social-Auswahl /!t5964401 taz.de 70 1Sachsen-Anhalt /!t5009582 taz.de 70 1Kolumne Die Wahrheit /!t5636294 taz.de 70 1streifenwende bei tom /!t5180734 taz.de 70 1streifenwende bei tom /!t5180734 taz.de 70 1Mordillo /!t5608884 taz.de 70 i taz.de 70 i## ARTIKEL ZUM THEMA taz.de 70 i taz.de 70 1Die Wahrheit: Rotkäppchen in der Zwangsjacke /!6182495 taz.de 70 i taz.de 70 iNach einem möglichen Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt könnte erstmals taz.de 70 iBundeszwang gegen das Bundesland angewendet werden. taz.de 70 i taz.de 70 1Die Wahrheit: Farbenspiele mit Freundinnen /!6176394 taz.de 70 i taz.de 70 iSelbst farblose Menschen und Dinge bekommen einen eigenen Anstrich, wenn taz.de 70 ider Sex mit der Cola in den Strudel der Anekdoten gerät. taz.de 70 i taz.de 70 1Die Wahrheit: Major ©Tom and the next generation​ /!6166136 taz.de 70 i taz.de 70 iStreifenwende: Der beliebte Wahrheit-Zeichner geht in die Aktivrente, taz.de 70 ibleibt der Wahrheit aber als Teil eines Teams erhalten. ​ taz.de 70 i taz.de 70 1Die Wahrheit: 30.000 Jahre Witzbildchenstreifchen /!5788520 taz.de 70 i taz.de 70 i30 Jahre ©Tom auf der Wahrheit: Warum es kein Leben gibt ohne Hölle plus taz.de 70 iPersonal, ohne Post-Oma und Hanni und Nanni und keins ohne Bademeister. taz.de 70 i taz.de 70 1Die Wahrheit: Wenn die Nasen Trauer tragen /!5604033 taz.de 70 i taz.de 70 iEine Hommage an Mordillo. 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