i# taz.de -- Hildesheim im Zweiten Weltkrieg: „Die Bilder des zerstörten Hildesheim ähneln denen aus Gaza“ taz.de 70 i taz.de 70 i> „Blüte – Zerstörung – Wiederaufbau“: In einer Ausstellung über taz.de 70 i> Hildesheims Zerstörung im Zweiten Weltkrieg lassen sich Parallelen zu taz.de 70 i> heute finden. taz.de 70 i taz.de 70 IBild: Von Kriegsspuren nichts mehr zu sehen: Hildesheimer Altstadt /picture/8119813/948/hildesheim-dpa-moritz-frankenberg.jpeg taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Wie lässt sich die Bombardierung Hildesheims 1945 über eine taz.de 70 iVideoinstallation im Museum erfahrbar machen, Frau Weiss? taz.de 70 i taz.de 70 iLara Weiss: Das Publikum sitzt in mehreren Reihen auf verschiedenen Ebenen. taz.de 70 iDie Videoinstallation findet an drei Leinwänden direkt drumherum statt. Und taz.de 70 idadurch befindet man sich wirklich mittendrin. Man sieht seitlich zum taz.de 70 iBeispiel eine Szene, in der die britischen Piloten auf Hildesheim taz.de 70 izufliegen, und links und rechts schaut man aus dem Fenster der Flugzeuge taz.de 70 iund sieht die Kollegen aus Kanada fliegen. Wenn man nach vorne schaut, taz.de 70 isieht man in das Cockpit der Piloten und hört, wie sie sich unterhalten. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Gibt es auch noch andere Perspektiven, aus der die Besucher:innen taz.de 70 idie Bombardierung erleben? taz.de 70 i taz.de 70 iWeiss: Die Hauptfigur in der Installation ist die Mutter unseres Zeitzeugen taz.de 70 iKarl Scheide. Deren Perspektive ist zum Teil fiktiv, aber ausführlich taz.de 70 irecherchiert. In einer Szene flüchtet Karl Scheide mit seiner Mutter taz.de 70 iKatharina in den Schutzkeller. Und dann wechselt immer die Perspektive taz.de 70 izwischen den Piloten, die die Bomben abwerfen, und der Mutter mit ihrem taz.de 70 iSohn im Keller. Es gibt Überblendungen mit Bildern der Stadt, aber auch taz.de 70 ieinzelner Häuser vor und nach der Zerstörung. Dadurch werden die Szenen taz.de 70 isehr lebendig und auch sehr bewegend. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Dieses emotionale Berühren kann ein schmaler Grad sein. Hatten Sie taz.de 70 iSorge, dass es in ein voyeuristisches Spektakel kippt? taz.de 70 i taz.de 70 iWeiss: Wir haben uns bemüht, das zu vermeiden, und ich glaube, dass uns das taz.de 70 igelungen ist. Die Videoinstallation beginnt mit [1][einem historischen taz.de 70 iAusblick auf Hildesheims Geschichte.] Wie hat es die Industrialisierung taz.de 70 ierlebt und wie den Aufstieg der Nationalsozialisten? Zum Beispiel geht taz.de 70 iKatharina Scheide durch die Stadt und berichtet davon, dass ein jüdischer taz.de 70 iMitbürger von den Nazis zusammengeschlagen wurde. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Das heißt, Sie zeigen auch die Perspektive der Opfer des Regimes? taz.de 70 i taz.de 70 iWeiss: Auf jeden Fall. Man kann 80 Jahre nach Kriegsende nicht hingehen und taz.de 70 isagen, wie schade, dass unsere schöne Altstadt kaputtgegangen ist, ohne das taz.de 70 iLeid der von den Nazis Verfolgten zu zeigen. Deswegen sieht man, [2][wie taz.de 70 iMenschen zur Deportation abgeholt werden.] Man sieht auch, wie Hitler durch taz.de 70 idie Stadt fährt oder die Anhänger:innen des Regimes, die nicht taz.de 70 iglücklich über die Befreiung waren, sondern sich fragten, was unter den taz.de 70 iAlliierten aus ihnen werden wird. Diese Multiperspektivität war uns taz.de 70 iwichtig. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Ein Anliegen der Ausstellung war es, gerade auch jüngere Menschen für taz.de 70 idas Thema zu interessieren. Ist das gelungen? taz.de 70 i taz.de 70 iWeiss: Es waren sehr viele Schulklassen hier und es gab sehr gute Gespräche taz.de 70 izwischen ihnen und den Museumspädagog:innen. Ich denke, es ist wichtig, taz.de 70 igerade mit Kindern und Jugendlichen zu reflektieren, warum Krieg taz.de 70 ischrecklich ist und nicht wieder passieren darf. Ihnen kommt der Zweite taz.de 70 iWeltkrieg oft unglaublich weit weg vor. Und gleichzeitig gibt es in vielen taz.de 70 iKlassen durchaus Kinder mit Flucht- oder Kriegserfahrung. Wenn man die taz.de 70 iBilder vom zerstörten Hildesheim sieht, [3][ähnelt sie in manchem denen aus taz.de 70 iGaza.] Ich glaube, wir haben eine gute Balance gefunden, um diese Themen taz.de 70 iauch für diese Kinder besprechbar zu machen. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Gab es etwas, was die Jugendlichen besonders beschäftigt hat? taz.de 70 i taz.de 70 iWeiss: Sie fanden die Judenverfolgung schrecklich. Sie meinten: „Das waren taz.de 70 idoch wichtige Bürger der Stadt, die sich für alles Mögliche eingesetzt taz.de 70 ihaben.“ taz.de 70 i taz.de 70 i17 Dec 2025 taz.de 70 i taz.de 70 i## LINKS taz.de 70 i taz.de 70 1[1] /Hildesheim-will-Kulturhauptstadt-werden/!5533850 /Hildesheim-will-Kulturhauptstadt-werden/!5533850 taz.de 70 1[2] /Harzer-Tourismusverband-feiert-Jubilaeum/!5996795 /Harzer-Tourismusverband-feiert-Jubilaeum/!5996795 taz.de 70 1[3] /Waffenruhe-im-Gazastreifen/!6125358 /Waffenruhe-im-Gazastreifen/!6125358 taz.de 70 i taz.de 70 i## AUTOREN taz.de 70 i taz.de 70 1Friederike Gräff /!a198 taz.de 70 i taz.de 70 i## TAGS taz.de 70 i taz.de 70 1Hildesheim /!t5015699 taz.de 70 1Schwerpunkt Zweiter Weltkrieg /!t5007883 taz.de 70 1Schwerpunkt Nationalsozialismus /!t5007882 taz.de 70 1Gaza-Krieg /!t5015096 taz.de 70 1Gaza-Krieg /!t5015096 taz.de 70 1NS-Gedenken /!t5021818 taz.de 70 1Hildesheim /!t5015699 taz.de 70 i taz.de 70 i## ARTIKEL ZUM THEMA taz.de 70 i taz.de 70 1Waffenruhe im Gazastreifen: Der Gazastreifen bleibt ein Pulverfass /!6125358 taz.de 70 i taz.de 70 iTrotz der Eskalation der letzten Tage positionieren sich Israel wie die taz.de 70 iHamas für die zweite Phase der Waffenruhe. 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